Großeinsatz am Sonntag
Brand im Escher „Benu Village“ – Löscharbeiten bis spät in die Nacht
Großeinsatz für Feuerwehr und Polizei: Im ehemaligen „Benu Village“ in Esch war am Sonntagabend ein Feuer ausgebrochen. Die Löscharbeiten dauern bis spät in die Nacht. Mehrere Straßen mussten währenddessen gesperrt werden.
Polizei und Feuerwehr haben am Sonntagabend den Bereich rund um das ehemalige „Benu Village“ in Esch weiträumig abgesperrt Foto: Editpress/Julien Garroy
Einen „größeren Brand“ gab es am Sonntagabend in Esch. Im ehemaligen „Benu Village“ lodern gegen 18.30 Uhr die Flammen in die Höhe. Auf Lu-Alert wurde ein gelber Alarm für den Raum Esch ausgelöst. Anwohner sollen Türen und Fenster schließen und das Gebiet meiden. In einem Video, das der 35-jährige Jafjaf dem Tageblatt zur Verfügung gestellt hat, sind eine enorme Rauchentwicklung und Flammen im Innern des Gebäudes zu beobachten.
Mehrere Straßen mussten „aufgrund der andauernden Löscharbeiten des CGDIS“ gesperrt werden. Betroffen waren der boulevard Prince Henri bis zur Kreuzung mit der rue Zénon Bernard, sowie für kurze Zeit die rue d’Audun. Busse standen mehrere Stunden blockiert auf einer der Hauptachsen der Südmetropole.
„Ich wurde um 18.45 Uhr kontaktiert, dass es ein Feuer gibt“, sagt der Escher Bürgermeister Christian Weis (CSV) vor Ort gegenüber dem Tageblatt. Als er vor Ort eintraf, war das CGDIS bereits voll im Einsatz und das Feuer unter Kontrolle. Das Feuer ist laut ihm aus dem Gebäudeinneren gekommen. Von dort seien Flammen nach draußen geschossen. Außerdem habe es eine große Rauchentwicklung gegeben.
„Polizei muss das klären“
„Zur Ursache kann ich nichts sagen“, sagt Einsatzleiter Max Delvaux vom CGDIS gegenüber dem Tageblatt um kurz nach 20 Uhr. Die Polizei müsse das jetzt klären, die Spurensicherung sei bereits vor Ort. Der Brand sei aber unter Kontrolle: „Alle großen Herde sind aus.“ Rund 30 Feuerwehrleute aus 4 Einsatzzentren (Esch, Kayl, Monnerich und Schifflingen) waren an den Löscharbeiten beteiligt.
Vor allem die Brandquellen unter dem Dach und an der Fassade ließen die Löscharbeiten bis spät in die Nacht dauern, da diese nicht gut zu erreichen waren. Um an das Feuer zu gelangen, war auch eine Notgruppe von „Bonaria et Frères“ vor Ort. Mit einem Bagger wurden Teile des Daches abgerissen. Was für Anwohner Rauch- und Geruchsbelästigung bis spät in den Abend bedeutete.
Gebäude sollten abgerissen werden
„Das Grundstück gehört der Stadt Esch“, sagt Bürgermeister Weis. Die Gebäude seien der Stadt nach der Liquidation übergeben worden. Die Stadt habe allerdings nicht das Projekt übernommen, stellt Weis klar. Die Stadt habe die Aufgabe gehabt, die Gebäude abzureißen.
Der Plan für das Gelände sei es, daraus Parkplätze zu machen. Eigentlich sollte noch geprüft werden, ob etwas bestehen bleiben könnte. Bei der Analyse nach dem letzten Brand sei aber bereits festgestellt worden, dass ein Brandrisiko bestehe. Deswegen sei der Weg für den Abriss dann frei gewesen. Die Abrissarbeiten für die Parkplätze sollten eigentlich in den nächsten Wochen beginnen. „Für uns ist die Akte Benu abgeschlossen“, sagt Weis.
Zwei Feuer nach der Insolvenz
Es ist nicht der erste Brand im „Benu Village“, Ende 2023 brannte es dort bereits zweimal. Die Ökoinitiative musste bereits davor schließen. Wegen finanzieller Schwierigkeiten hatte der Verein „Benu Village Esch“ im November 2023 die Auflösung beantragt. Trotz mehrfacher Subventionen hatte Benu enorme Schulden angehäuft. Das „Benu Village“ war ein Vorzeigeprojekt für die Kreislaufwirtschaft. Im „Benu Village“ wurde aus ungewollten Lebensmitteln Abendessen gekocht, und aus weggeworfenem Material wurden Möbel und Kleider gemacht. (sen/fey/joe/dr)