Sonderfahrt
Historische Dampflok und Schiff „Marie-Astrid“ gehen gemeinsam auf Tour
Eigentlich sind die Waggons des Zugs Museumsmaterial. Doch im November lädt der Verein hinter der historischen 5519 zur Doppelfahrt zu Wasser und zu Land. Warum die Dampflok dabei aber nicht ohne „Aufpasserzug“ fahren darf.
Am Fahrgefühl mit der CFL-Dampflok 5519 dürfte sich seit den 1960er-Jahren nicht viel geändert haben Foto: Archiv 5519 Asbl
In Luxemburg gibt es eine ganz besondere Lokomotive – die 5519. Der Zug ist 23 Meter lang, über vier Meter hoch, 157 Tonnen schwer und frisst bis zu drei Tonnen Kohle die Stunde. Die Lok gehört der CFL und ist der einzige noch betriebsfähige Zug dieses Typs, den es in Europa noch gibt.
Für die Lok steht am 8. November ein außergewöhnliches Event an: An diesem Tag wird die 5519 vom Schiff „Princesse Marie-Astrid“ begleitet. Die Fahrgäste können, wenn gewünscht, entweder die Hin- oder die Rückfahrt auf dem Schiff zurücklegen und so wahlweise per Schiff die Mosellandschaft zwischen Wasserbillig und Schengen oder die Strecke zwischen Luxemburg und Perl auf sich wirken lassen. Der Verein 5519 a.s.b.l., der sich um den Erhalt der Lok kümmert, bereitet sich momentan auf das Ereignis vor und verkauft auch noch Tickets.
Raphaël Harf hat eine ganz „intime“ Beziehung zur Lok, wie er sagt. Denn er ist nicht nur Vizepräsident des 5519-Vereins, sondern auch einer von drei spezialisierten Heizern. „Einer von uns muss immer bei der Fahrt mit dabei sein und sich um die Energieversorgung kümmern. Auch für die technischen Feinheiten sind wir zuständig, denn eine alte Dampflok fährt nicht auf Knopfdruck, sondern muss vorher ordentlich geschmiert werden“, erklärt Harf.
Die 5519 fährt seit zwei Jahren nur noch dreimal jährlich. Denn seitdem müssen alle Züge in Luxemburg das digitale europäische Zugsicherungssystem ETCS nutzen, was sich nicht so ohne Weiteres auf eine alte Dampflokomotive aufspielen lässt. „Wir können jetzt innerhalb Luxemburgs nur noch fahren, wenn vor uns ein moderner Zug herfährt, der uns begleitet. So kommen wir dann zur deutschen Grenze und ab da sind wir autonom unterwegs, weil wir das Sicherheitssystem ab da nicht mehr brauchen“, so Harf.
Den größten Teil der Strecke fährt der Zug gerade mal 65 Stundenkilometer, doch für Harf geht es ohnehin mehr um das nostalgische Flair: „Man hört immer wieder die Pfeife des Zugs, manchmal riecht es nach Kohlen und gelegentlich ziehen die Dampfschwaden vor dem Fenster vorbei. Die Waggons sind alle vintage – die sind noch von 1964 und eigentlich Museumsmaterial.“
Fahrten mit der Dampflokomotive 5519
- 8. November: Die Lok wird an diesem Tag von der „Marie-Astrid“ begleitet. Einen Teil der Strecke kann man auf Wunsch auf dem Schiff zurücklegen.
- Dezember: Zwei weitere Fahrten finden im Dezember statt. Sie werden an den Weihnachtsmärkten in Cochem beziehungsweise Saarbrücken halten.
- Mehr Informationen sowie Tickets gibt es auf der Website des Vereins: www.5519.lu.