Biennale
Kulturminister Thill eröffnet den luxemburgischen Pavillon: „Eine Demokratie braucht Kunstfreiheit“
Am Donnerstagabend hat Kulturminister Eric Thill offiziell den luxemburgischen Pavillon bei der diesjährigen Biennale eröffnet. Deren erste Tage standen im Zeichen politischen Protests. Ein Gespräch über die Grenzen der Kunst – und seine ersten Eindrücke von „La Merde“.
Sieht sich als Verfechter der Kunstfreiheit: Kulturminister Eric Thill (DP) bei der Eröffnung des luxemburgischen Pavillons bei der Biennale Foto: Ernest Thiesmeier
Tageblatt: Herr Thill, haben Sie „La Merde“ gerade zum ersten Mal gesehen?
Eric Thill: Ich habe es jetzt das erste Mal gesehen, ja. Die Idee wurde mir bei der Pressekonferenz vorgestellt, da hat die Künstlerin Aline Bouvy ein bisschen erklärt, um was es geht. Ich habe jetzt gerade leider nur kurz reinschauen können, fünf Minuten etwa, werde mir den ganzen Film morgen aber noch mal anschauen, wenn es ein bisschen ruhiger ist. Es steckt eine gewisse Komplexität dahinter und die ist auf den ersten Blick vielleicht nicht so einfach zu verstehen. Ich finde aber, dass das hier wirklich sehr gut gelungen ist. Auch dass das Casino einen Teil der Ausstellung mit aus Luxemburg gebracht hat, um ihn mehr als einmal zu benutzen – dieser ökologische Aspekt spielt in der Kulturszene ja auch immer eine Rolle. Mein erster Eindruck ist sehr positiv. Ich sage aber auch ganz klar: Das ist ein Ansatz, auf den man sich einlassen muss. Es braucht eine gewisse Tiefe und Ruhe, um sich mit diesen wichtigen Aspekten auseinandersetzen. Ausgrenzung, Machtverhältnisse, soziale Normen. Das sind delikate und komplexe Themen.