Messerangriff neben Glacis
Zeugen widersprechen Polfer: „Wurden nicht mit Metalldetektor kontrolliert“
Neben dem City-Sounds-Festival ist es zu einem Messerangriff gekommen. Eine Person wurde schwer verletzt. Hauptstadt-Bürgermeisterin Lydie Polfer sagt: Im Innenbereich des Festivals hätte das wegen Kontrollen nicht passieren können. Zeugen widersprechen.
Der Zwischenfall ereignete sich an der Kreuzung zwischen av. de la Faïencerie und bd. de la Foire am Rande des City-Sounds-Festivals Foto: Vincent Lescaut/L'essentiel
Bei einem Vorfall im Umfeld des Glacis sind am Abend des Nationalfeiertags zwei Menschen durch eine Stichwaffe verletzt worden. Wie die Polizei in einer Pressemitteilung schreibt, hat ein Opfer lebensbedrohliche Verletzungen im Halsbereich erlitten.
Vorfall im Umfeld des City-Sounds-Konzerts
Der Vorfall geschah im Umfeld des „City-Sounds“-Konzerts auf dem Glacis, aber nicht in der Menge. Das erklärte die Polizei gegenüber dem Tageblatt am Mittwochmorgen. Laut Polizeibericht passierte die Messerattacke in der allée Scheffer, nördlich des Glacis-Felds.
Die hauptstädtische Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) spricht dagegen am Mittwochmorgen beim sogenannten „City Breakfast“ – einem monatlich stattfindenden Termin mit der Presse – von der Kreuzung zwischen av. de la Faïencerie und bd. de la Foire. Auf Fotos in der Presse sind an eben genau dieser Stelle Krankenwagen und Polizei zu sehen.
Der Angriff ereignete sich um 22.15 Uhr, während das Konzert von OneRepublic auf dem Glacis noch lief. Dieses ging gegen etwa 23 Uhr auf ein Ende. Beide Verletzten wurden medizinisch versorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Laut Polizei handelt es sich bei ihnen nicht um die Tatverdächtigen.
Ersten Informationen nach war es zu Streitigkeiten zwischen zwei Personengruppen gekommen, die in eine physische Auseinandersetzung überging und bei der ein Opfer mit einem Messer im Halsbereich verletzt wurde.

Einsatz am Rande des Glacis Foto: Vincent Lescaut
Polfer: 30.000 Menschen auf dem Glacis
Wie Hauptstadt-Bürgermeisterin Lydie Polfer am Mittwochmorgen erklärte, waren am Vorabend geschätzt 30.000 Menschen auf dem Konzert auf dem Glacis. Das Sicherheitskonzept habe Früchte getragen, sagt Polfer: Auf dem Glacis-Feld selbst habe es „keine nennenswerten Zwischenfälle“ gegeben. „Gewiss gab es gestern Abend eine Schlägerei beziehungsweise Messerstecherei, aber die fand nicht auf dem Gelände des City-Sounds-Festivals statt“, sagt Polfer.
„Abgetastet und mit Metalldetektoren kontrolliert“
Wie am Montag seien die Konzertgäste laut Lydie Polfer auch am Dienstag am Eingang abgetastet und mit Metalldetektoren kontrolliert worden. „Mit dem Messer wäre er nicht reingekommen“, sagt sie. Allein acht Festivalgäste sagten am Mittwochmorgen aber gegenüber dem Tageblatt, dass sie am Dienstag beim Betreten des Geländes nicht mit dem Metalldetektor kontrolliert und teilweise auch nicht abgetastet wurden.
Zu den konkreten Umständen wollte Lydie Polfer sich nicht äußern, auch nicht dazu, ob die Beteiligten Gäste des „City Sounds Festival“ waren. Auf Nachfrage sagte sie lediglich: „Es scheint, dass sich alkoholisierte Leute nicht so benommen haben, wie sie es hätten sollen.“
Polizei bittet Zeugen um Hinweise
Die Hintergründe der Tat sind derzeit noch unklar. Nach Angaben der Polizei konnten zwei mutmaßliche Täter gestellt werden. Die Ermittlungen dauern an. Einer der Tatverdächtigen wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft festgenommen und einem Untersuchungsrichter vorgeführt.
Die Polizei ruft mögliche Zeugen dazu auf, sich zu melden. Personen, die Angaben zum Vorfall in der allée Scheffer in Limpertsberg oder zu den Tatverdächtigen machen können, werden gebeten, sich umgehend über den Notruf 113 bei den Behörden zu melden.