Interview mit Guy Daleiden
Steht der Luxemburger Film vor der Zerreißprobe?
Die Insolvenz der Produktionsfirma Paul Thiltges Distribution erschüttert aktuell den Luxemburger Filmsektor. Die Kritik am nationalen Fördermodell ebbt nicht ab. Gleichzeitig verbuchen internationale Koproduktionen Erfolge im Ausland. Ein Kontrast mit Folgen? Guy Daleiden, Direktor des Film Fund Luxembourg, gibt Antworten.
Der Direktor des Film Fund Luxembourg: Guy Daleiden Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Tageblatt: Guy Daleiden, die Produktionsfirma Paul Thiltges Distributions (PTD) steht nach über 30 Jahren im Geschäft vor der Insolvenz – unter anderem, weil im Rahmen einer Koproduktion noch rund 2 Millionen Euro eines Partners ausstehen. Es läuft ein Gerichtsverfahren. Ist das ein tragischer Einzelfall?
Guy Daleiden: Es gibt immer Firmen, die zahlen, und solche, die es nicht tun. Das ist keine Eigenart des Filmsektors. Wir haben schon 2022 bemerkt, dass PTD in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Das Unternehmen erfüllte unsere Auflagen zur Vergabe von Fördergeldern nicht mehr. Wir konnten keine weiteren Projekte unterstützen. Der Fall ist tragisch für die Filmindustrie und für alle, die jetzt auf ihr Gehalt warten.