Puppy-Yoga ohne Genehmigung

Veranstalter hat laut ALVA wohl keine Konsequenzen zu befürchten

Süße Welpen zwischen Yogamatten klingen nach Entspannung, bedeuten für die Hunde jedoch puren Stress. Nach einem gestoppten Termin in Luxemburg warnt die ALVA vor dem Trend. Der Veranstalter kommt wohl mit einem blauen Auge davon.

Alles andere als süß: Puppy-Yoga kann für die Jungtiere gesundheitsschädigend sein

Alles andere als süß: Puppy-Yoga kann für die Jungtiere gesundheitsschädigend sein Symbolfoto: dpa/Carola Frentzen

Ein australisches Unternehmen hat zwei illegale Puppy-Yoga-Kurse in Wickringen durchgeführt, ein dritter in Bonneweg wurde von der Veterinärverwaltung ALVA gestoppt. Denn für die Termine lag keine Genehmigung vor. Konsequenzen hat das Ganze wahrscheinlich aber keine, wie die ALVA auf Nachfrage des Tageblatt mitteilt.

Neue Sanktionen im Tierschutzgesetz

„Da der Veranstalter seinen Sitz in Australien hat und seine Aktivitäten in Luxemburg inzwischen eingestellt wurden, gestaltet sich die Durchsetzung etwaiger Maßnahmen als schwierig“, schreibt die ALVA. Auf die letzte Kontaktaufnahme habe der Veranstalter nicht mehr reagiert.

Sollten künftig vergleichbare Fälle bekannt werden, werde die ALVA das prüfen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Zudem seien zusätzliche Sanktionen im Tierschutzgesetz geplant. Wer dann Puppy-Yoga ohne Genehmigung anbietet, muss sich dann auf neue Geldbußen gefasst machen.

Belastung für die Welpen

Eine Yoga-Sitzung mit Welpen mag zwar süß klingen, ist für die Hunde aber alles andere als gesund. Auf Nachfrage erklärt die Behörde, warum Puppy-Yoga für die Welpen besonders belastend ist.

„Die Welpen sind in einem solchen Umfeld verschiedenen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt“, schreibt die ALVA. Dazu zählen insbesondere der Transport sowie wiederholte und teilweise erzwungene Interaktionen mit fremden Personen, unter anderem Anfassen oder Kuscheln.

Auch die starke Reizbelastung durch Lärm sowie die zahlreichen Interaktionen mit den anderen Hunden seien für die Welpen belastend. Selbst mit Rückzugsmöglichkeiten sei es für die Tiere nahezu unmöglich, ausreichend Ruhe zu finden.

Ebenso bestehen gesundheitliche Risiken für die Welpen. In diesem Alter sei das Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt, schreibt die ALVA. Dadurch seien sie besonders anfällig für Erkrankungen. Gleichzeitig würden Welpen täglich viele Ruhe- und Schlafphasen benötigen. Wiederholte Störungen könnten ihre Entwicklung beeinträchtigen. (dr)

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