Flashback

Wim Wenders und das deutsche Roadmovie

Das Tageblatt präsentiert in der losen Film-Serie „Flashback“ Meisterwerke der Filmgeschichte, die 2026 ein Jubiläum feiern – so wie Wim Wenders’ „Im Lauf der Zeit“ von 1976. Die deutsche Version eines aus den USA stammenden Genres.

Rüdiger Vogler und Hanns Zischler in der Filmszene aus „Im Lauf der Zeit“ von Wim Wenders

Rüdiger Vogler und Hanns Zischler in „Im Lauf der Zeit“ Foto: Wim Wenders Stiftung

Ein passender Stoff für ein Roadmovie: Zwei Männer fahren in einem Lastwagen durch das Grenzgebiet zwischen der einstigen Bundesrepublik und der DDR, zwischen West- und Ostdeutschland. Wim Wenders‘ Film „Im Lauf der Zeit“ aus dem Jahr 1976 beginnt mit einem Prolog, in dem ein älterer Mann aus seinem Leben als früherer Kinomusiker und Kinobetreiber erzählt. Sein erster Beruf ist längst ausgestorben, der zweite scheint ebenso bereits der Vergänglichkeit anheimgefallen zu sein.

Zumindest auf dem Land, wie es der Autor dieser Zeilen selbst erlebt hat: In dem Fünftausend-Einwohner-Dorf erinnert nur noch das Gebäude an das Kino vergangener Tage, wie es noch in den 70er Jahren bestand. Von Kassenschlagern bis Kostbarkeiten der Filmkunst, die auf wundersame Weise den Weg in die süddeutsche Provinz gefunden hatten, lief alles. Sogar die für die 70er so typischen Sexfilmchen mit Ingrid Steeger und Elisabeth Volkmann. Ob „Im Lauf der Zeit“ in dem Dorfkino lief? Schwer zu glauben. Aber in einem Karlsruher Programmkino.

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