Kommentar

Nicht wegschauen: Warum Lokaljournalismus heute wichtiger ist denn je

Reizüberflutung in den sozialen Medien, Realitätsverzerrung durch künstliche Intelligenz – und dann wären da noch Fake-Profile und Falschmeldungen: Warum dringend mehr Lokaljournalismus gebraucht wird.

Journalisten arbeiten live am Tag des Thronwechsels, berichten über historische Zeremonie und königliche Ereignisse

Journalisten bei der Arbeit am Tag des Thronwechsels Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Ein Mann ist angeschossen worden, der Schütze noch auf freiem Fuß. In den sozialen Medien zirkulieren Bilder von Polizisten mit Maschinengewehren, die um das Escher Krankenhaus stationiert sind. Am Ende stellt sich heraus: Fehlalarm. Niemand wurde angeschossen. Jemand war einfach nur verwirrt. In den sozialen Medien hat sich die Falschmeldung bereits verbreitet wie ein Lauffeuer.

Man nennt es Doomscrolling: Das endlose Fingerwischen über Smartphone-Glas, um auf dem neuesten Stand zu sein. Es wird gescrollt bis zum Verderben. Alles ist kostenlos. Nur der Finger wischt. Im Bus. Im Büro. Auf dem Klo. Nach jedem zweiten Beitrag kommt Werbung. Dazwischen Krieg, KI-Katzen und schlechte Nachrichten. Jemand wurde im Zug erschlagen. War wohl ein Ausländer. Der Artikel befindet sich hinter einer Paywall. Bestimmt war es einer. Roboter-Profile geben Daumen hoch. Werbung.

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