FORUM VON MARC RUPPERT

Op Lëtzebuergesch alphabetiséieren? Jo, mir kënnen.

Luxemburgisch als Alphabetisierungssprache – eine Utopie oder die logische Konsequenz? Marc Ruppert von der Partei Fokus argumentiert: Wer das Luxemburgische retten will, muss es zur Grundlage des Schreibenlernens machen.

Op Lëtzebuergesch alphabetiséieren? Jo, mir kënnen.

Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Die aktuelle Debatte über unsere Schulsprache berührt den Kern dessen, was Luxemburg im Innersten zusammenhält. Als wir bei Fokus begannen, uns intensiv mit der Alphabetisierung auf Luxemburgisch auseinanderzusetzen, ging es uns um mehr als reine Pädagogik. Es geht um die Fragen: Wie verhindern wir, dass unser Land in sprachliche und soziale Silos zerfällt? Wie können wir unsere Sprache stärken, ohne die Sprachenvielfalt in Luxemburg zu schwächen und Bildungsungleichheiten weiter zu verstärken?

Ein Blick auf die Zahlen des Nationalen Bildungsberichts zeigt ein Paradoxon: Während das Luxemburgische als Identitätsmerkmal boomt, schwindet es als Alltagssprache im privaten und öffentlichen Raum. Dies wiederum verstärkt das Gefühl vieler Bürger, dass unsere Sprache auf dem Rückzug ist. Zwar wird sie in absoluten Zahlen immer mehr gesprochen, doch im Verhältnis zu den anderen Sprachen gerät sie immer mehr unter Druck. Mit dem Risiko, dass unsere Sprache zu einem exklusiven Club derer wird, die sie von Haus aus sprechen. Genau hier muss die Schule ansetzen. Wenn wir das Luxemburgische zur Alphabetisierungssprache machen, erheben wir es zum verbindenden Fundament für alle – vom Kind von Luxemburger Eltern bis zum Kind portugiesischer oder französischer Herkunft.

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