Editorial
Ungebremste Sucht: Luxemburg hat ein Glücksspielproblem
Luxemburg hat ein Glücksspielproblem und die Regierung tut zu wenig dagegen.
Foto: Imago
Wer ab und zu mal in eine Kneipe geht, hat sie schon gesehen. Die Glücksspielautomaten gehören mittlerweile zur Inneneinrichtung. Bei genauerer Beobachtung kommt man sehr schnell zum Schluss, dass Luxemburg ein Problem hat. Immer mehr Menschen sitzen tagsüber oder abends an diesen Maschinen und versuchen ihr Glück. Es handelt sich dabei jedoch keineswegs um harmlose Zockerei. Viele dieser Menschen versuchen, mit dem Glücksspiel ihre Lebenssituation zu verbessern oder sich aus den Schulden zu retten.
Die Präsenz solcher Automaten in Etablissements, wo zudem noch Alkohol ausgeschenkt wird, senkt die Hemmschwelle erheblich. Wie groß das Problem in Luxemburg ist, verdeutlicht sich an einer anderen Stelle. Mittlerweile gibt es sogar Supermärkte, die solche Automaten aufstellen, um die Sucht ihrer Kunden zu bedienen. Es ist genau diese Alltäglichkeit, die große Risiken mit sich bringt. Ein klassisches Casino hat man nicht einfach so vor der Tür – außer die Einwohner von Mondorf. Ein Café mit einem Glücksspielautomaten hat aber fast jeder in seiner Nähe. Das Zocken wird zur Normalität und daraus entwickelt sich bei den meisten eine Sucht.