Kommentar

Atomkraft, wie bitte?

Die EU-Kommission will die Atomenergie wieder ankurbeln und ist bereit, dafür viel Geld zu zahlen.

Stillgelegtes Kernkraftwerk Emsland in Niedersachsen mit Kühltürmen unter blauem Himmel im Industriegebiet

Blick auf das mittlerweile stillgelegte Kernkraftwerk Emsland in Niedersachsen Foto: dpa/Friso Gentsch

Die Abkehr von der Atomkraft sei ein strategischer Fehler gewesen, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag auf dem Atomenergie-Gipfel in Frankreich. Fast auf den Tag genau vor 15 Jahren kam es zur Nuklearkatastrophe von Fukushima. Der Super-GAU von Tschernobyl jährt sich im April zum 40. Mal. Die Folgen für Tausende Menschen: Krankheit, Tod und Vertreibung. Noch heute gibt es kilometerweite Sperrzonen. Darüber verlor von der Leyen kein Wort. Im Gegenteil. Sie sagte: „Kernreaktoren der nächsten Generation könnten zu einem europäischen Hightech-Export von hohem Wert werden.“

Fernab von den verstrahlten Uranbergwerken und den radioaktiven Abfällen lässt sich tatsächlich kein Unterschied feststellen, ob der Mixer zu Hause mit Nuklear- oder Windenergie angetrieben wird. Im Jahr 2022 stuften die Politiker des EU-Parlaments die Kernenergie mehrheitlich als ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivität ein. Denn Kernkraft produziert abgesehen von gigantischen, wasserverschlingenden und Strahlenmüll ausspuckenden Betonmeilern keine Treibhausgase. Und darauf kommt es beim modernen Umweltschutz nun mal an.

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