EU-Mercosur

Agrarkommissar Christophe Hansen in der Abgeordnetenkammer: „Mehr Europa, nicht weniger Europa“

Die Souveränität und Unabhängigkeit Europas in einem geopolitisch schwierigen Umfeld sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union sind neben der Sicherheitspolitik die zentralen Punkte auf der Agenda der Europäischen Kommission für 2026. Diese stellte EU-Agrarkommissar Christophe Hansen am Montag in der Chamber vor. Schließlich, so der CSV-Politiker, gehe es um die Zukunft Europas.

Christophe Hansen am Krautmarkt mit dem EU-Kommissionsprogramm für kommende Monate in der Hand

Nicht mit leeren Händen, sondern mit dem Programm der EU-Kommission für die nächsten Monate ist Christophe Hansen an den Krautmarkt gekommen Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Der ständige Austausch mit den einzelnen Ländern ist ein Teil seiner Arbeit als EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, weiß Hansen. Die dringlichsten Fragen der Abgeordneten betrafen das Abkommen zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur, dem die Mehrheit der EU-Staaten am vergangenen Freitag zugestimmt hat. Und hierbei gab es noch einige Unklarheiten zu beheben, wie sich herausstellte.

Vor allem viele Landwirte sind nach wie vor gegen die geplante europäisch-südamerikanische Freihandelszone. Unter anderem in Frankreich und Irland gingen die Bauern am Wochenende auf die Straße, um zu demonstrieren. In Luxemburg blieb es derweil ruhig. Doch auch die hiesigen Landwirte fürchten die Konkurrenz des südamerikanischen Rindfleisches, obwohl das Abkommen Einfuhrquoten in Form einer Obergrenze von 99.000 Tonnen Rindfleisch pro Jahr und eine „clause de sauvegarde“ vorsieht, eine Schutzklausel, wenn die Importe aus den vier Mercosur-Staaten um eine bestimmte Prozentzahl steigen und die Preise zum Beispiel für das Fleisch einbrechen. Weitere Quoten gibt es unter anderem für Geflügel, Zucker und Ethanol. Die Prozentzahl, ab wann der Schutzmechanismus gilt, wurde in jüngster Zeit immer wieder neu verhandelt, so auch am vergangenen Freitag, am Tag der Abstimmung. Sie wurde mittlerweile von zehn auf fünf Prozent gesenkt. Außerdem werden rund 350 geografische Herkunftsbezeichnungen geschützt.

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