Chamber

Debatte um Schultoiletten: Koalition bemüht sich um Schadensbegrenzung

Die Diskussion um geschlechtsneutrale Toiletten an Luxemburger Schulen spaltet die Politik: Während die Regierung zurückrudert, gibt es Kritik von LGBTIQ+-Organisationen und der ADR.

„Unisex“ oder jedem Seins?

„Unisex“ oder jedem Seins? Foto: Editpress/Guido Romaschewsky

Verwirrung, Ratlosigkeit und ungebremste Empörung prägten in den vergangenen Tagen die Diskussion um die Gestaltung der Toiletten an Luxemburgs Schulen. Den Vorwurf der ADR, der konservative Premier Luc Frieden sei „woke“, wollte die CSV nicht auf sich sitzen lassen. Man sei entschieden gegen „Unisex-Toiletten“, stellte der Abgeordnete Ricardo Marques klar. Bildungsminister Claude Meisch (DP) ruderte zurück. Die geschlechtsneutralen Toilettenanlagen, die als Pilotprojekt in neuen Schulgebäuden vorgesehen sind, sollen die klassischen, geschlechtergetrennten Toiletten lediglich ergänzen, nicht ersetzen. An diesem Donnerstag versuchen die Abgeordneten der Regierungskoalition, den entstandenen Schaden zu begrenzen.

Als Erster ergreift Marques das Wort. „Eine Gesellschaft zeichnet sich gerade durch den Umgang mit Minderheiten aus“, sagt der CSV-Politiker. „Inklusive Sanitärbereiche werden für viele Kinder eine Lösung sein, ohne dass andere Optionen verschwinden.“ Die Räume böten Schutz, Ruhe und Respekt. Damit markiert Ricardo Marques die Linie der CSV. Seine Fraktionskollegin Nathalie Morgenthaler sorgt für die Abgrenzung zur ADR: „Rechte von LGBTIQ+ sind keine Sonderrechte, sondern elementare Menschenrechte.“ Eine bessere Kommunikation sei äußerst wichtig, sagt die CSV-Abgeordnete und blickt dabei zu Bildungsminister Meisch.

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