Zwischen „Made in Europe“ und „Europe First“
Fedil begrüßt eine „kluge europäische Präferenz“
Was stärkt den Binnenmarkt, und was ist schon Abschottung? In einem immer gnadenloseren internationalen Wettbewerb diskutiert Europa über das richtige Maß für seine Industriepolitik. Die Fedil begrüßt eine „kluge europäische Präferenz“ – solange Eingriffe zeitlich und sektoriell begrenzt bleiben.
Muss die europäische Industrie vor der internationalen Konkurrenz geschützt werden? Hier der Chemiekonzern BASF im deutschen Ludwigshafen. Foto: Uwe Anspach/dpa
Als der französische Präsident Emmanuel Macron vergangenen Oktober als Ehrengast des deutschen Nationalfeiertags in Saarbrücken auftrat, verwandelte er den Tag der deutschen Einheit in seiner Rede in einen Tag der europäischen Einheit. Man müsse in Europa zusammenstehen, so Macron, gegen die Feinde der Demokratie, gegen das vergiftete Diskussionsklima der sozialen Medien – und für europäische Unternehmen. „Die USA schützen ihre eigene Industrie, China schützt seine eigene Industrie. Wir in der EU sind der einzige Wirtschaftsraum, der keine Präferenz hat.“ Der französische Präsident zeichnete ein düsteres Bild: Wenn wir unsere Schlüsselindustrien wie Stahl oder Chemie nicht schützen, dann werden wir in zehn Jahren in Europa nur noch chinesische oder amerikanische Produkte erleben.