Zum 100. Geburtstag

Luxemburgs Journalisten feiern sich selbst – mit Crémant und offenen Fragen

Zum 100. Geburtstag der Journalistenvereinigung ALJP kamen Medienprofis und Politprominenz im „Chouchou“ zusammen. Gefeiert wurde in seltener Eintracht, diskutiert wurden Informationszugangsgesetz, Pressefreiheit und Lachszucht.

ALJP-Präsident Sidney Wiltgen gratuliert Premierminister Frieden zum Geburtstag, Ministerin Margue freut sich über Kuchen, Roger Infalt dabei

Alles gute zum Geburtstag: ALJP-Präsident Sidney Wiltgen schüttelt Premierminister Frieden die Hand. Ministerin Margue freut sich derweil über die Geburtstagskuchen. Roger Infalt (hinten links) war auch dabei. Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Einer der ehernen journalistischen Grundsätze lautet, dass der Journalist nicht über sich selbst Bericht erstatten sollte. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Kritische Distanz zum Gegenstand der Betrachtung ist in dem Fall schwierig umzusetzen. Es gibt jedoch Gelegenheiten, in denen man als Journalist um die Nabelschau nicht herumkommt. Eine solche Gelegenheit war der 100. Geburtstag der „Association luxembourgeoise des journalistes professionels“, der ALJP, den die Zunft der Berichterstatter am Samstagabend im „Chouchou“ in Hollerich beging. Mangels kritischer Distanz ist der folgende Bericht aus der ironischen Selbstdistanz verfasst.

Neben der Politprominenz in Gestalt von Premierminister Luc Frieden (CSV) und der delegierten Medienministerin Elisabeth Margue (idem) tummelte sich am Samstagabend dann auch fast alles und jeder aus dem Medienzirkus im „Chouchou“. Ex-Wetterfrosch Max Kuborn etwa (obwohl es nicht regnete), RTL-Star-Interviewerin Caroline Mart (die die Politiker am Samstag nicht durch die Mangel drehte), Wort-Chefredakteurin Ines Kurschat (zum Glück ohne Gastbeiträge) und das Tageblatt-Chefduo Chris Schleimer und Armand Back (ausnahmsweise ohne den hauseigenen Wein). Zum Sound von klirrenden Crémantgläsern, bierernsten Reden und peinlich gewordenen Hits aus den frühen 2000ern feierte die Szene in seltener Eintracht. Lediglich die öffentlich-rechtlichen Journalisten vom 100,7 waren spärlich vertreten – man munkelt, sie lancieren gerade ein Lachszuchtprogramm in der Alzette*.

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