Weltweites Ranking

Luxemburgs Verkehrskollaps verschärft sich – immer mehr Stunden im Stau

Obwohl die Beschäftigung in Luxemburg nicht mehr so schnell wächst wie gewohnt, der öffentliche Nahverkehr gratis ist und mehr Menschen im Home-Office arbeiten als früher, hat sich die Verkehrssituation in Luxemburg nicht verbessert. Im Gegenteil.

Stillstand und Verstopfung auf den Straßen

Stillstand und Verstopfung auf den Straßen Foto: Editpress/Julien Garroy

Wer morgens mit dem Auto zur Arbeit und nach Feierabend wieder zurück muss, kennt das Problem: Stillstand und Verstopfung auf den Straßen. Es ist eine sich seit Jahren immer weiter zuspitzende Situation, über die hierzulande sogar bereits Lieder geschrieben wurden.

Letztes Jahr nun hat sich die Situation noch weiter verschlechtert. Laut dem „Global Traffic Scorecard“ 2025 des Verkehrsdatendienstleisters Inrix wurde die Zeit, die regelmäßige Pendler nach Luxemburg-Stadt, zusätzlich zu der eigentlichen Fahrzeit, im Auto verbringen müssen, durch die Staus um 60 Stunden verlängert. Verglichen mit vor zwei Jahren ist das ein Plus von 11 Prozent. Im weltweiten Ranking der Stau-Städte ist Luxemburg damit auf Platz 68 vorgerückt. Untersucht hat der Verkehrsanbieter mehr als 900 Städte weltweit.

Im Vorjahr waren die Zahlen leicht weniger schlecht: Laut dem „Global Traffic Scorecard“ hatten Autofahrer 2024 durchschnittlich erst 55 Stunden im Stau verbracht, wenn sie regelmäßig in die Hauptstadt pendelten. Luxemburg-Stadt stand damit auf Platz 87 des weltweiten Stau-Rankings.

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Stunden im Durchschnitt haben Autofahrer rund um Luxemburg-Stadt letztes Jahr in Staus verloren

Weltweit am schlechtesten schneiden Istanbul, Mexico-City, Chicago und New York ab. In diesen Städten haben die Autofahrer letztes Jahr mehr als 100 Stunden ihrer Lebenszeit in Staus verbracht. Europaweit sind es Dublin, London und Paris, wo die Pendler starke Nerven brauchen: mehr als 90 Stunden pro Jahr. Brüssel liegt mit 71 verlorenen Stunden auf Rang 25.

In Esch, der zweitgrößten Stadt des Landes, geht der Trend ebenfalls in eine schlechte Richtung, auch wenn die Zahlen insgesamt besser sind als in Luxemburg-Stadt. 2025 summierte sich laut dem „Global Traffic Scorecard“ die Zahl der verlorenen Stunden auf durchschnittlich 38, zwei Stunden mehr als im Vorjahr. Da viele andere Städte sich jedoch noch rasanter verschlechtern, hat sich Esch im Ranking verbessert: Es ist von Platz 285 auf Platz 305 gefallen.

Interessanterweise konnten einige westeuropäische Metropolen dem globalen Trend der zunehmenden Staus trotzen. Paris verzeichnete einen Rückgang der Verzögerungen um 7 Prozent, Brüssel um 4 Prozent und in London war die verlorene Zeit sogar um 10 Prozent rückläufig. Diese Städte zeigen, dass gezielte Verkehrsmanagement-Maßnahmen Wirkung zeigen können.

Freizeit, Umwelt und Wirtschaft leiden

Die Kosten von Verkehrsstaus sind erheblich, sowohl für den Einzelnen als auch für das Land. Die verlorene Zeit bedeutet erst mal weniger Freizeit und weniger Zeit mit der Familie. Hinzu kommen Umweltauswirkungen und wirtschaftliche Effekte. Es werden mehr Kraftstoffe gebraucht, was Nachfrage und Preise steigen lässt. Frachttransporte kommen später an.

Für ein kleines, aber wirtschaftlich stark vernetztes Land wie Luxemburg mit seinem hohen Anteil an Grenzpendlern sind diese Kosten besonders relevant. Im Zusammenspiel mit dem andauernden Mangel an Wohnungen sorgen die täglichen Staus für eine schrumpfende Attraktivität des Landes, zu einer Zeit, in der händeringend nach Talenten gesucht wird.

Nur ein Tropfen auf den sogenannten heißen Stein der überlasteten Verkehrsinfrastruktur war dabei auch das Home-Office. Während der Corona-Zeit hatte es zwar kurzzeitig für eine Beruhigung auf den Straßen gesorgt, doch obwohl es sich in den vergangenen Jahren als Teil der Arbeitsorganisation gehalten hat, hat es nicht genügend Gewicht, um die Verkehrssituation nachhaltig zu verbessern.

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5 Kommentare
Nomi 24.01.202616:30 Uhr

Ob der A3 ass seit 8 Meint Naischt mei' geschidd. Ausser eng Fo'usgaenger Breck fir 1 WE.

Leif P&Ch, mat Naischt machen gett d'A3 nie faerdeg, also schaffen, schaffen, well dofir gidd der bezuehlt !! Kenne keng 2-3 Sousmissio'unen zur gleicher Zeit bearbecht ginn.

Grober J-P. 24.01.202611:24 Uhr

Noch ein Fall von damals. Charlotte vu Lénger wollte mit dem Bus zum Mamer Lycée. Opi hat sie mit dem alten Diesel nach Clemency zum Sammelplatz gefahren. Von dort aus ging es direkt zur Schule. Wie sagte der Demyfahrer, Lénger, ass dach dem Honn hannen. Wie ist das heute?

Grober J-P. 24.01.202609:43 Uhr

Lösungen gibt es wohl, auch wenn vorerst im "Kleinen". 1 Fall. Man will z.B. mit dem ÖT zum Onkel Doktor oder zur Schule auf Kirchberg, vorausgesetzt man ist noch fußmäßig beisammen. Man fahre mit dem Auto 5 Kilometer bis zum PR. Wenn man sich ein wenig vordrängt erwischt man den ersten Bus bis nach Luxemburg Stadt, ab Bahnhof mit der Tram hoch. 2. Fall. Direkter Weg zur Arbeit, 15 Kilometer, mit dem ÖT nicht möglich aber indirekt schon und dann über 2 Stunden mit Bus und Bahn.
Dann die Taktzeit im ÖT, naja. Oder diese Woche wieder in Esch, Riesenbus quält sich durch die Strassen, fast leer. Wollte zum "Monkeler", mit ÖT nicht drin. Warum diese Monster durch enge Strassen treiben. Kleinvieh einsetzen und öfter und bis ans Ende.

JJ 24.01.202609:00 Uhr

Ob es Gambias Schuld ist dass immer mehr Menschen in Luxemburg leben (wollen) und Häusle bauen?
Die Million Einwohner ist noch nicht erreicht und der Laden dampft schon.Wenn tausende Pendler sich täglich zur selben Zeit ins Auto setzen um an denselben Ort zu fahren,was erwartet man denn da?Da hilft auch sechsspurig nichts.Im Gegenteil.Da kommt zum Verkehrschaos noch Wasser und Abwasser, sowie im letzten Bericht,Stromausfall hinzu. Es wird also noch viel schlimmer bevor es besser wird. Geduld Leute,es kommen lausige Zeiten.

Manfred Reinertz Barriera 24.01.202607:36 Uhr

Man sollte sich von Hongkongs MTR inspirieren lassen , da werden pro Tag 5 Millionen Leute in die Stadt zu arbeiten hineintransportiert und abends wieder raus, also gibt es Lösungen...Individualverkehr wird beschränkt, auch in London kriegt man es hin; man sollte mal vor Ort reisen und sich anschauen, wie die das bewerkstelligen, Hong Kong , Singapur , London usw, also nicht verzagen, es gibt Lösungen...

Yves ALTWIES antwortete am 24.01.202619:00 Uhr

Man ist sich dessen voll u. ganz bewusst. Wie so oft, fuerchtet man den Waehlerzorn, u. schiebt selbst, erfolgversprechende Loesungen, auf die lange Bank. Generell ist fast jeder Reformstau in Luxemburg groesstenteils, dieser Mentalitaet geschuldet. MfG

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