Medienbericht

Ex-SREL-Agent Frank Schneider ist wieder in Luxemburg gemeldet

Vor fast drei Jahren ist der vormalige Direktor für verdeckte Operationen beim Luxemburger Geheimdienst SREL untergetaucht. Jetzt gibt es ein erstes Lebenszeichen.

Frank Schneider spricht beim Auftakt des SREL-Prozesses im März 2020 in Luxemburg vor Publikum

Frank Schneider beim Auftakt des SREL-Prozesses im März 2020 in Luxemburg Archivfoto: Editpress/Didier Sylvestre

Aktuell läuft das Berufungsverfahren zur Geheimdienstaffäre, die vor über zehn Jahren den damaligen Premier Jean-Claude Juncker stürzte. Mittendrin: Ex-Geheimdienstler Frank Schneider. Dass der vormalige Direktor für verdeckte Operationen beim Luxemburger Geheimdienst SREL vor Gericht erscheinen wird, erwartet niemand. 2023 war er aus seinem Hausarrest in Lothringen verschwunden. Aber Schneider ist wieder in Luxemburg gemeldet, wie Reporter berichtet.

Schneider ist laut Informationen von Reporter seit Mai 2025 in einem Dorf in der Gemeinde Junglinster registriert. An diese Adresse sei auch die Vorladung für den Berufungsprozess geschickt worden. Auch sein Anwalt Laurent Ries betone, dass Schneider dort wohne. Der Anwalt habe Schneider allerdings das letzte Mal vor über drei Jahren persönlich getroffen.

Der Berufungsprozess beginnt laut Reporter mit über vier Jahren Verspätung. Der Grund: Schneiders „andere Probleme“. Er war im April 2021 von den französischen Behörden festgenommen worden – wegen seiner Verwicklung in den sogenannten OneCoin-Skandal. Bis zum Herbst desselben Jahres war er in Nancy inhaftiert, dann wurde er unter strengen Auflagen in einen Hausarrest in sein Haus in Jourdreville entlassen.

Denn die amerikanische Justiz suchte Schneider mit internationalem Haftbefehl. Bevor die französischen Behörden ihn in die USA ausliefern konnten, verschwand er. Spuren führten laut Recherchen von Reporter nach Bali und Dubai. Auf Nachfrage, ob das FBI weiterhin nach Schneider fahnde, erhielt Reporter lediglich die Antwort „no comment“. (dr)

3 Kommentare
Luxmann 17.02.202610:43 Uhr

Schneider hat wahrscheinlich noch immer kontakte zu vielen diensten denen er infos verkaufen kann.
Vielleicht haben die franzosen ihn laufen lassen oder er hat unter der hand doch etwas an die amis gegeben...vieles ist moeglich.
Schreibt er in 10 jahren seine memoiren?

Yves ALTWIES 16.02.202616:55 Uhr

Man wagt es kaum zu denken, welche "geheimdienstlichen" Kluengeleien sich hinter diesem faulen Deal verbergen.

Manfred Reinertz Barriera 16.02.202616:19 Uhr

So oder so, als Luxemburger werden wir ihn nicht ausliefern an die USA, wo es ja auch noch die Todesstrafe gibt, z.B. eine Schande, dass Frankreich einen EU-Bürger an die USA ausliefern wollte, einen Franzosen hätteten sie nicht ausgeliefert...aber Macron ist eben ein Speichellecker von Trump!

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