Der Polizeialltag als Drahtseilakt

Vier Beamte vor Gericht: Prozess zeigt Mängel in Luxemburgs Polizeiapparat und Widerspruch im Polizeibild

Vier Polizisten aus dem früheren Kommissariat im hauptstädtischen Bahnhofsviertel drohen Haftstrafen. Der Prozess offenbart bekannte Mängel im Polizeiapparat, zeigt aber auch die Widersprüche in dem Bild, das die Gesellschaft von den Ordnungshütern hat.

Polizeipatrouille im Bahnhofsviertel

Auf Patrouille: Insbesondere im Bahnhofsviertel ist die Arbeit der Polizei ständig voller Herausforderungen Foto: Editpress/Julien Garroy

Die Fäuste flogen manchmal schon zum Dienstbeginn. Als die zwei Polizisten auf Patrouille gingen und ich sie vor einigen Jahren begleiten durfte, erzählten sie mir von ihrer letzten Nachtschicht im hauptstädtischen Bahnhofsviertel. „Man weiß nie, was kommt“, sagte einer der beiden Beamten beim Gang durch die rue Joseph Junck. Als wir in die rue de Strasbourg einbogen, standen schon Leute, vorwiegend Männer, vor dem Café Relax. „Hier gibt es oft Ärger“, sagte mir einer der beiden Uniformierten.

Das Café Relax gibt es noch immer. Hier soll auch die jüngste Affäre ihren Anfang genommen haben, wegen der die vier Polizisten sich vor Gericht verantworten mussten. Am 25. März 2023 war es zu einer Begegnung gekommen, bei der Tom D., einer der Angeklagten und mittlerweile vom Dienst suspendierten Beamten, auf Fernando V. getroffen sei. Dieser soll ihm gedroht haben: „Je vais casser ta gueule.“

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