BGL Ligue
Ein Derby ohne Sieger: Wiltz und Etzella teilen die Punkte
Ein unterhaltsames Nordderby endete mit einem leistungsgerechten 1:1. Nach einem flotten Auftakt verlor die Partie mit zunehmender Dauer etwas an Tempo. Beide Trainer konnten mit dem Punkt gut leben. Er gibt ihren Mannschaften Stabilität und lässt die Saison ohne Dämpfer beginnen.
Der erste Torschütze der Saison: Simon Yamba Foto: Editpress/Jeff Lahr
Fast hätte die Saison 26/27 mit einem echten Paukenschlag begonnen. 32 Sekunden waren gerade mal gespielt, da flog Kovacevics Kopfball haarscharf am rechten Kreuzeck des Witzer Kastens vorbei. Etzella trat mit messerscharfer Intensität auf. Sie pressten früh und hoch, ließen bei Wiltz Hektik aufkommen. In der 7. Minute zahlte sich dieser Druck aus. Unter Bedrängnis spielte Philipps einen riskanten Ball ins Zentrum, rund 20 Meter vor dem eigenen Tor. Hemkemeier fackelte nicht lange, sein Abschluss wurde noch pariert, doch der zweite Nachschuss von seinem Teamkollegen saß. Simon Yamba schrieb sich als erster Torschütze der neuen Saison ein und krönte die gute Etzella-Startphase.
Erst nach mehr als einer Viertelstunde fanden die Wiltzer ihren Rhythmus und schnupperten am Ausgleich. Hassaini flankte präzise in den Fünfmeterraum, doch Cavelier brachte den Ball aus kürzester Distanz nicht im Tor unter (18.). Die Hausherren waren nun im Spiel und suchten immer wieder Romeyns über scharfe Steckpässe. Doch Ettelbrück verteidigte konzentriert, die Offensivspieler arbeiteten diszipliniert nach hinten und machten die Räume eng. Beide Teams hatten ihre Momente, doch keiner konnte die Partie klar an sich reißen. So blieb es bis zur Pause bei der knappen Gästeführung.
Auch nach dem Seitenwechsel startete Etzella wacher. Gonçalves (47.) und vor allem Yamba (54.) hätten das Zwischenergebnis auf 2:0 stellen können. Doch der Franzose ließ jene Kaltschnäuzigkeit vermissen, die ihn beim Führungstreffer ausgezeichnet hatte. Genau diese zeigte Romeyns sechs Minuten später. Von Da Cunha in Szene gesetzt, vollendete der Rückkehrer in klassischer Mittelstürmermanier zum 1:1 (60.), Mensah war ohne Abwehrchance.
In der Folge schlichen sich bei Ettelbrück zu viele Abspielfehler ein, das zuvor saubere Passspiel bekam Risse. Romeyns versuchte es aus ähnlicher Position wie zuvor mit einem Lupfer (63.), doch ohne Erfolg. Caveliers Mischung aus Schuss und Flanke (74.) sorgte nicht für Gefahr. Auf Etzella-Seite blieben einige gute Kontergelegenheiten ungenutzt, während beiden Mannschaften in der Schlussphase der Elan und der Spielfluss entglitten. Das Derby verlor an Tempo und fand keinen Sieger mehr.
Trainerstimmen
Flavio Ribeiro (Wiltz): „Das erste Spiel der Saison ist immer kompliziert. Man weiß nie genau, wo man nach der Vorbereitung steht. Beide Mannschaften hatten ihre Chancen. Wir haben in der Pause umgestellt, weil Etzella gut gepresst hat. Das 1:1 ist gerecht. Wir werden weiterarbeiten.“
Josef Cinar (Etzella): „Es war ein guter Start, aber Wiltz kam dann besser ins Spiel und wir hatten ein paar Schwierigkeiten. Später haben wir klare Chancen liegen gelassen. Man darf nicht vergessen, dass mehrere Jungs ihr erstes Spiel auf diesem Niveau gemacht haben. Wir müssen lernen und wachsen.“
Statistik
Wiltz: Guarneri – Rodrigues, Prychynenko, Da Cunha, Biver – Philipps, Diallo Sow – Cavelier (82. Gargano), Franco, Hassaini (72. Bosquin) – Romeyns
Ettelbrück: Mensah – Moreira, Nwubani, N´Gbin, Dupays – Gulluni, Kovacevic – Yamba (85. Figueiredo) Gonçalves (65. Cvetkovic), Hemkemeier – Alves (85. Fernandes)
Schiedsrichter: Sabotic – Da Silva, Schiltz
Gelbe Karten: Diallo Sow, Bosquin – Kovacevic, N’Gbin, Cvetkovic
Torfolge: 0:1 Yamba (7.), 1:1 Romeyns (60.)
Beste Spieler: Da Cunha, Hassaini – Moreira, Hemkemeier
Zuschauer: 657 zahlende
Spieler des Spiels: Pedro Moreira, rechter Verteidiger der Etzella, lieferte eine nahezu fehlerfreie Partie ab und verlor kaum einen Zweikampf.
Ungeduldig: Schiedsrichter Sabotic konnte den Saisonstart kaum erwarten und pfiff bereits um 17:58 Uhr an.
Wenig überraschend: Das Spielfeld am „Stade am Pëtz“ hatte unter der andauernden Hitze sichtbar gelitten. Verbrannte, staubige Stellen waren erkennbar.
Keine Unterbrechung: Das Kriterium für eine Trinkpause (32 Grad) wurde im Norden nicht erreicht und beide Teams verzichteten auf die Pause.