Karate
Luxemburger gewinnt Finale: Alexander Davies ist Europameister
Es war die Medaille, die ihm noch fehlte. Der Luxemburger Karateka Alexander Davies holte am Sonntag auf Zypern das erste EM-Gold der Karriere.
Alexander Davies (2.v.l.) sorgte dafür, dass am Sonntag auf Zypern die „Heemecht“ ertönte Foto: FLK/Fabienne Abu Wahib
Alexander Davies ist ein Riese – nicht nur optisch, auch in seinen Leistungen liefert der 19-Jährige seit Jahren ab. 2022 gewann der Karateka des KC Niederanven die Silbermedaille bei den Europameisterschaften der Cadets in Prag (CZE), 2023 folgte in Larnaka (CYP) eine Bronzemedaille bei den Europameisterschaften der Junioren und am gestrigen Sonntag machte Alexander Davies die Farbpalette mit der Goldmedaille bei den Europameisterschaften der U21 in Limassol (CYP) voll.
Alexander Davies begann in der Schwergewichtsklasse (+84 kg) mit einem klaren 7:0 gegen David Vasile (ROM). Dann stand ihm die Nummer zwei der Weltrangliste gegenüber. Der Luxemburger (WR-10. der U21) war wenig beeindruckt und besiegte Lazar Potpara (ME) mit 2:0. Im Vorrundenfinale wartete die französische Nachwuchshoffnung, die 2024 den EM-Titel bei den Junioren gewann. Davies bezwang Adam Tadjer mit 3:1 und schaffte damit die Finalrunde.
Im Halbfinale musste der Niederanvener gegen Erwan Jadoul (WR-3. der U21) antreten. Und es wurde eng für Davies, der Belgier lag zehn Sekunden vor Schluss mit 5:4 in Führung, dann ließ „big Alex“ drei Punkte folgen, gewann den Kampf mit 7:5 und durfte sich am Sonntag an Oleksandr Kozylian messen. „Ich konnte mich nach dem gewonnenen Halbfinale im Hotel etwas entspannen und dann schon einen genauen taktischen Plan mit dem Coach aufstellen“, berichtete der Luxemburger.
Es hat so lange gedauert, es ist vier Jahre her, dass ich zuletzt in einem Finale bei einer EM stand, damals hatte ich es leider nicht zu Gold gepackt. Meine Medaillensammlung ist nun komplett. Ich finde keine Worte, ich bin einfach nur stolz.
Alexander Davies
U21-Europameister
Sein Finalgegner konnte 2025 bei der Serie A der Elite eine Bronzemedaille gewinnen. Davies ließ das wenig beeindruckt und er holte mit einem klaren 7:2 den EM-Titel der U21 nach Luxemburg: „Ich bin natürlich sehr, sehr zufrieden und erleichtert. Es war ein langer und harter Weg“, waren die ersten Worte. „Der Kampf lief gut. Ich war präzise, schnell und alles war vorhanden, um Europameitser zu werden“, meinte er mit einem Lachen. „Ich bin endlich Europameister ... Es hat so lange gedauert, es ist vier Jahre her, dass ich zuletzt in einem Finale bei einer EM stand, damals hatte ich es leider nicht zu Gold gepackt. Meine Medaillensammlung ist nun komplett. Ich finde keine Worte, ich bin einfach nur stolz.“
„Unterstützung war gigantisch“
Er würdigte auch die Kollegen: „Karate ist zwar eine Einzelsportart, aber es steckt viel Arbeit von den Leuten dahinter drin. Das ist nicht nur eine Medaille für mich, sondern für jeden in meinem Umfeld, ich würde sogar sagen für das ganze Land. Der Weg in dieses Finale war schon recht stressig, ich lag nicht immer vorne, aber wir haben den Weg gemeistert. Die Unterstützung auf den Tribünen war auch gigantisch.“
Auf den frisch gebackenen Europameister wartet nun eine Hürde einer anderen Art. „Jetzt hat der Sport aber erst mal Pause, ich muss mich auf das Abitur konzentrieren. Im Oktober will ich mich dann bei der WM der U21 bestätigen, auch da haben wir Ambitionen. Aber jetzt können wir erst einmal feiern: Wir sind Europameister.“
Insgesamt waren bei dieser EM der U21, Junioren und Cadets 1.276 Karatekas aus 47 europäischen Ländern gemeldet. Luxemburg war auf Zypern mit 21 Athleten vertreten, die größte FLK-Delegation der Geschichte. Das Ergebnis war mit Ausnahme der Goldmedaille aber etwas ernüchternd.
In der Ergebnisliste stehen Lucas Chaffort (U21, Kata) und Lana Jadin (U21, -55 kg). Letztere verlor allerdings ihre beiden Kämpfe, gleiches traf auf Chaffort zu, der allerdings einmal siegreich war. Anastasia Breser (U16), Anna Breisch (U18) und Mia Reding konnten ebenfalls je einen Kampf im Kata gewinnen, was FLK-Präsident Fred Charlé wie folgt analysierte: „Im Kata haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht. Es fehlen noch Kleinigkeiten, an denen wir vor der WM im Oktober arbeiten können. Im Kumite müssen wir noch viel mehr im mentalen Bereich arbeiten.“ Im Kumite konnte Zineb Belabass (U16) sogar zwei Kämpfe gewinnen, Nahima Durrer (U16), Elise Coquilard, Sarah Gawellek, Matteo Pierantoni und Filip Todorovic (alle U18) je einen.