Bankdrücken

Timmers und Notschaele sind Vizeweltmeister

Acht Tage, mehr als 1.000 Athlet:innen und drei Medaillen für Luxemburg: Die Weltmeisterschaften 2026 im Bankdrücken sind wohl für viele Beteiligte einen Eintrag in die Geschichtsbücher wert.

Doppel-Vizeweltmeisterin Ankie Timmers und Nationaltrainer Alain Hammang kehren erfolgreich aus Polen zurück

Doppel-Vizeweltmeisterin Ankie Timmers (l.) und Nationaltrainer Alain Hammang kehren mit einer beeindruckenden Bilanz aus Polen zurück Foto: PWFL

COSL-Elitekader-Athletin Ankie Timmers hat es erneut geschafft: Nur wenige Wochen nach der EM im Equipped Powerlifting, wo sie einen Weltrekord erzielt hatte, konnte die Luxemburgerin in Warschau gleich zwei Vizeweltmeistertitel gewinnen. Dieses Mal sollte das Großherzogtum gleich drei Athleten ins Rennen schicken, die allesamt sowohl an der Classic- als auch als der Equipped-WM teilnahmen. So ging Timmers im Classic bei den Masters 1 (40 bis 49 Jahre) unter 84 kg und im Equipped in der -84-kg-Open-Klasse an den Start. In beiden Wettkämpfen kam es zu einem spannenden Rennen um Gold und Silber. Im Classic zeigte sich die ärgste Konkurrentin, die Deutsche Silvia Szarvas, in Beststimmung und erzielte gar einen neuen Weltrekord von 137 kg. Timmers gewann mit 120, nach zwei gültigen Versuchen von 110 und 115 kg, Silber.

Hochspannung, aber auch einige Enttäuschungen gab es bei den -84-kg-Frauen im Equipped. Zuerst wurde die Britin Leanne Richards, für die ein Platz in den Top fünf möglich gewesen wäre, disqualifiziert. Anschließend häuften sich die Fehlversuche bei allen Teilnehmerinnen. Ankie Timmers und Airi Sakaguchi stiegen mit 190 bzw. 200 kg ins Rennen um Gold ein. Die Japanerin konnte die Lasten von 210 und 229 nicht ausdrücken und auch Timmers kämpfte mit den 202,5 kg, die bei einem gültigen Versuch gar Platz eins bedeutet hätten. Doch beim Equipped kommt es auf jeden Millimeter an und das Bankdrücken mit den speziellen Anzügen gilt als sehr schwierig. Am Ende sicherte sich Timmers die Silbermedaille mit 190 kg. Die Schwedin Sofia Kamlund – eine weitere Teilnehmerin an der Equipped-EM vor wenigen Wochen – gewann das Kopf-an-Kopf-Rennen um den dritten Podiumsplatz gegen die Polin Daria Lawniczawk.

Athletin und Coach

Nach dem schwierigen Start in den Classic-Wettkampf, bei dem Mark Notschaele bei den Masters 3 (60 bis 69 Jahre) über 120 kg Platz vier mit 160 kg erzielte, scheint die Arbeit mit dem Equipped-Anzug Früchte zu tragen. Mit 220 kg und drei gültigen Versuchen stellte der erfahrene Athlet nicht nur einen neuen nationalen Rekord auf, sondern sicherte sich auch das nächste Luxemburger Edelmetall. Kein Kraut gewachsen war gegen den Dänen John Christensen, der 250 kg zur Strecke brachte. Ein weiterer Anwärter auf einen Podiumsplatz, der Schwede Robert Blom, wurde disqualifiziert, sodass Platz drei an den US-Amerikaner Robert Keller mit 155 kg ging.

Beständigkeit lautete das Motto bei Matthew Vincent, dem dritten Luxemburger Vertrerer im Bunde, der in der gut besetzten -105-kg-Klasse bei den Masters 2 (-50- bis 59 Jahre) antrat. Die 162,5 im Classic, 205 im Equipped and alle weiteren Versuche wurden als gültig gewertet und als neue nationale Rekorde eingetragen. Hiermit belegte der ruhige, als Teamplayer bekannte Athlet Platz acht.

Zu erwähnen sei noch, dass neben Nationaltrainer Alain Hammang Ankie Timmers als Platform Coach im Einsatz war und ihre beiden Kollegen auf der Hebebühne betreute. Hammang, Notschaele und PWFL-Generalsekretär Gaston Parage waren ebenfalls als Kampfrichter im Einsatz, sodass bei dieser bislang größten WM mit 1.344 Starts von einem Einsatz an allen Fronten die Rede sein kann. Für die drei Masters-Athleten steht die Betreung des Nachwuchses an, der nun reichlich Motivation für die Coupe de Luxembourg am 28. Juni geschöpft hat.

Strapazen und Erfolge im Kraftdreikampf

Die Luxemburger Athleten:innen sind seit einigen Jahren auf einer außergewöhnlichen Erfolgsspur. Galt mal das Motto „Dabei sein ist alles“, so mischen sie nun tatkräftig mit bei der Vergabe der Medaillen. Das verbirgt aber auch etliche Strapazen. So wusste Schwergewichtler Mark Notschaele zu berichten, dass die Athleten, kaum von der EM zurück, in einem Intervall von knapp einem Monat zur WM anreisen mussten. War die Anreise ins tschechische Pilsen verbunden mit der Betreuung der Athletin Emma Weydert, so musste er als Athlet einige Tage später selbst antreten. Ein Europarekord und die Goldmedaille waren die Ernte. Diese internationalen Auftritte bei EM oder WM werden in den zwei Disziplinen, Classic und Equipped, ausgetragen. Beide Disziplinen sind aber grundverschieden, sowohl vom Wettkampfablauf als auch vom Anlegen der speziellen Kostüme her. Der 63-jährige bärenstarke Modellathlet macht große Fortschritte, seine beiden Söhne sind edle Helfer beim Anlegen der Kniebandagen. Der Ruhepol in diesem besonderen Wettkampfverlauf ist aber Nationaltrainer Alain Hammang, der stets präzise und fachkundige Anweisungen gibt und das Pokerspiel bei der Auswahl der einzelnen Versuche exzellent beherrscht. Für Notschaele hat die Reise im Equipped erst begonnen, so der Silverbacks-Trainer gegenüber dem Tageblatt. (GB)

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Ab Donnerstag

Elf Sportlerinnen und eine Heim-EM als Meilenstein für das Artistic Swimming

Auch Dan Lorang stößt dazu

Andy Schleck wird CEO des Radsportteams Lidl-Trek