Laut Aussagen von Verteidigungsminister Katz

Israel plant Vertreibung der Bevölkerung des Gazastreifens

Israel möchte die verbleibenden Einwohner des Gazastreifens „umsiedeln“. Die USA müssten allerdings noch klären, wohin die Bewohner umgesiedelt werden könnten, so Verteidigungsminister Katz. Ministerpräsident Netanjahu schließt indes den Rückzug der Armee aus dem Gazastreifen aus.

Laut israelischem Verteidigungsminister wollen angeblich 80 Prozent der Menschen in Gaza den Küstenstreifen verlassen

Laut israelischem Verteidigungsminister wollen angeblich 80 Prozent der Menschen in Gaza den Küstenstreifen verlassen Foto: AFP

Israel hat nach den Worten von Verteidigungsminister Israel Katz Pläne zur Umsiedlung von Palästinensern aus dem Gazastreifen. Die USA müssten allerdings noch klären, wohin die Bewohner umgesiedelt werden könnten, sagte Katz am Mittwoch. „Ohne diese Migration gibt es letztendlich keine wirkliche Lösung für den Gazastreifen“, sagte der Minister. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besuchte derweil Soldaten im Gazastreifen.

Die israelische Regierung sei „bereit, sie herauszuholen – auf dem Seeweg, auf dem Luftweg, auf jedem erdenklichen Weg“, fuhr Katz auf einer von der israelischen Nachrichtenwebsite Ynet und der Zeitung Jediot Ahronot veranstalteten Konferenz fort. Die US-Botschaft verwies auf Anfragen nach einer Stellungnahme an das Außenministerium in Washington.

Pläne zur Zwangsumsiedlung

US-Präsident Donald Trump hatte zu Beginn seiner zweiten Amtszeit mit der Forderung Empörung ausgelöst, dass alle zwei Millionen Palästinenser den Gazastreifen verlassen sollten. Er sprach damals davon, den Küstenstreifen, der nach dem Überfall der islamistischen Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel durch israelische Angriffe verwüstet wurde, in ein Luxus-Urlaubsziel umzugestalten. Nach heftigem Widerstand unter anderem aus Ägypten rückte Trump schließlich davon ab.

Zu einem im vergangenen Oktober von den USA vorgelegten 20-Punkte-Plan für den Gazastreifen gehörte auch der Verzicht auf Zwangsumsiedlungen. Katz sagte jedoch, Trump habe die Idee lediglich auf Eis gelegt, während er nach Ländern suche, die Palästinenser aufnehmen könnten. „Der Plan wurde nicht aufgegeben; er wird ständig diskutiert, auch jetzt noch, und ich glaube, es gibt keine andere Lösung zum Wohle aller“, sagte er.

Der israelische Verteidigungsminister sagte ohne Quellenangabe, 80 Prozent der Menschen im Gazastreifen wollten den Küstenstreifen verlassen, doch die Hamas hindere sie daran. Die Zwangsumsiedlung von Zivilisten in besetzten Gebieten ist gemäß den Genfer Konventionen ein Kriegsverbrechen.

Kein Rückzug der Soldaten

Israels Ministerpräsident Netanjahu besuchte derweil am Mittwoch Soldaten im Gazastreifen und schloss deren Rückzug aus dem Palästinensergebiet aus. „Wir kontrollieren das Gebiet. Wir ziehen uns nicht zurück. Wir halten diese Linie“, sagte er in der Nähe der sogenannten Gelben Linie. Diese trennt die Gebiete unter der Kontrolle der israelischen Armee und der Hamas voneinander. Es war Netanjahus erster Besuch in dem Küstenstreifen seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Oktober vergangenen Jahres.

„Wir kontrollieren 60 Prozent des Streifens und wir hören nicht auf, denn wir eliminieren die Terroristen, die uns Tag für Tag bedrohen“, fuhr Netanjahu fort. „Wir tun alles, um unser Ziel zu erreichen – die Entwaffnung der Hamas und die Entmilitarisierung des Gazastreifens. Der Gazastreifen wird keine Bedrohung mehr für Israel darstellen“, sagte der israelische Ministerpräsident. „Es gibt noch Arbeit zu erledigen – und wir werden sie zu Ende bringen.“ (AFP)

4 Kommentare
Fraulein Smilla 03.09.202616:52 Uhr

Ich glaube schon dass 80 % der Einwohner Gazas da rauswollen , aber Nach den Erfahrungen im Libanon und Jordanien wird kein arabisches Land hundertausende Palaestinenser aufnehmen nur um Katz Grossmacht Phantasien zu befriedigen .Immerhin hat Qatar einigen steinreichen Hamas Bonzen ein Zuhause gegeben .

CG 03.09.202610:15 Uhr

"Katz sagte jedoch, Trump habe die Idee lediglich auf Eis gelegt, während er nach Ländern suche, die Palästinenser aufnehmen könnten. „Der Plan wurde nicht aufgegeben; er wird ständig diskutiert, auch jetzt noch, und ich glaube, es gibt keine andere Lösung zum Wohle aller“, sagte er." Das erinnert an die Gründung das Staates Israel 1947. "Am 29. November 1947 beschlossen die Vereinten Nationen die Teilung des britischen Mandatsgebiets Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Jüdische Gruppen nahmen den Plan an, während arabische Vertreter ihn ablehnten." Quelle Aperçu IA. Das war leider der Grundstein eines immer noch andauernden und immer schlimmer werdenden Konflikts zwischen Arabern und Juden, weil die extremistischen Juden sich nicht mit dem Gebiet zufrieden geben das ihnen damals zugestanden wurde, sondern immer noch von einem Gross-Israel träumen. Ein Vergleich mit Hitler-Deutschland drängt sich auf jeden Fall auf.

Luxmann 03.09.202608:24 Uhr

Trump sucht nach laendern welche die von seinem kumpel Netanyahu vertriebenen palaestinenser aufnehmen sollen.
Warum nimmt er sie nicht selbst auf...in suedflorida in der gegend seines wohnsitzes herrschen doch klimabedingungen welche denen in palaestina aehneln und es waere doch nur gerecht wenn der groesste komplize des vertreibers die vertriebenen entschaedigt.
Man koennte mar e lago in new Gaza umbenennen...in solchen sachen hat Don ja erfahrung.

Fraulein Smilla antwortete am 03.09.202617:23 Uhr

Eher wird der Gazastreifen in Trumpstreifen -Trump Strip umgenannt werden . Google Maps wird bestimmt sofort einknicken .( Gulf of America , Lake America und gleich Strait of Trump )

Guy Mathey 02.09.202620:32 Uhr

Kaum zu fassen, vor den Augen der Welt passiert ein Genozid und eine Vertreibung der Palästinenser*innen, doch diese Welt schaut den Verbrechen des zionistischen Staates tatenlos zu.

Manfred Reinertz Barriera antwortete am 02.09.202620:51 Uhr

Leider haben sie recht, aber ja die ganze Welt schaut zu....und Israel gebärt sich jetzt genau wie die Nazis, die selbe Ideologie, der Genozid der Palästinenser, mit Hilfe von Donald...

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