Waldbrand in Belgien
Feuerfront im Hohen Venn bereits mehr als einen Kilometer breit – Feuer bislang nicht unter Kontrolle
Der Brand im Osten Belgiens breitet sich noch immer aus. Das Land setzt auf Hilfe aus dem Ausland. Luxemburg schickte am Samstag bereits Unterstützung.
Blick auf ein Feuer im Naturschutzgebiet „Hautes Fagnes“ (Hohes Venn) Foto: Natacha Freisen/Belga/dpa
Der Waldbrand in Belgien an der Grenze zu Deutschland weitet sich aus. Einsatzkräfte hoffen, dass Verstärkung aus dem Ausland und kühlere Temperaturen dazu beitragen, das Feuer im Naturschutzgebiet Hohe Venn unter Kontrolle zu bringen. Die Feuerfront erstreckte sich am Sonntagmorgen über einen Kilometer, wie der öffentlich-rechtliche Sender RTBF berichtete. Das Feuer änderte dem Bericht zufolge in der Nacht wegen wechselnder Winde mehrmals seine Richtung. Unter Kontrolle ist die Feuerfront noch nicht.
2.700 Hektar Land zerstört
Der Brand, der als größter Waldbrand in der Geschichte Belgiens gilt, hatte bis Samstagabend nach Angaben der lokalen Behörden rund 2.700 Hektar Land zerstört. Neben den wechselnden Winden erschwert das unwegsame Gelände des Hohen Venns die Löscharbeiten. Nur wenige Straßen führen in das Gebiet, und ausgedehnte Torfmoore machen die Brandbekämpfung schwierig.
Es wird befürchtet, dass sich die Feuerfront in Richtung Nordrhein-Westfalen ausbreitet. Die Lage auch für die Menschen in der grenznahen nordrhein-westfälischen Stadt Monschau ist deshalb angespannt.
Zusätzliche Hilfe wird am Sonntag erwartet, nachdem Belgien andere EU-Länder um Unterstützung gebeten hat, so RTBF. Feuerwehrleute aus Deutschland und Luxemburg sowie zwei Hubschrauber aus den Niederlanden sind bereits vor Ort, teilten die lokalen Behörden mit. Nach einer Hitzewelle Anfang der Woche sanken die Temperaturen in Belgien über Nacht. Am Samstag mussten rund 600 Menschen aus zwei Gemeinden in der Nähe des Brandes evakuiert werden.
Luxemburger Feuerwehr seit Samstag im Hohen Venn
Luxemburg unterstützt die belgischen Einsatzkräfte bei einem großflächigen Vegetationsbrand im Hohen Venn. Auf Anfrage der belgischen Behörden entsandte das Großherzogliche Feuerwehr- und Rettungskorps (CGDIS) am Samstag drei geländegängige Löschfahrzeuge und elf Feuerwehrleute in das belgische Naturschutzgebiet.

Rauchwolken steigen während eines Waldbrands im Naturschutzgebiet „Hautes Fagnes“ (Hohes Fenn) in Jalhay in den Himmel auf Foto: AFP
Die Einsatzkräfte stammen aus den Feuerwehr- und Rettungszentren (CIS) Frisingen, Kehlen und Fels. Sie sollen die örtlichen Feuerwehrleute bei der Bekämpfung des seit Freitagnachmittag aktiven Vegetationsbrandes unterstützen.
Der Einsatz erfolgte nach einem Austausch zwischen Innenminister Léon Gloden (CSV) und seinem belgischen Amtskollegen.
1600 Hektar Vegetation in Belgien zerstört
Der Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze breitet sich rasch aus. Die Flammen zerstörten bis zum frühen Samstagnachmittag mindestens 1600 Hektar Vegetation, wie die belgischen Behörden der Nachrichtenagentur AFP mitteilten. Der Brand war am Freitagmittag in dem Waldgebiet nahe der deutschen Gemeinde Monschau ausgebrochen.