37.500 Menschen nach Marokko zurückgekehrt

Sánchez: Migrantendrama in Ceuta ist „Angriff“ auf Spanien – 57 Tote

Rund 60.000 Migranten erreichen Ceuta in wenigen Tagen. Die Regierung in Madrid setzt deshalb in der Nordafrika-Exklave erstmals seit 2021 das Militär ein. Und kündigt weitere Maßnahmen an.

Pedro Sanchez am Grenzzaun Tarajal in Ceuta

Pedro Sanchez am Grenzzaun Tarajal in Ceuta Foto: AFP

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat den Andrang Zehntausender Migranten auf die Nordafrika-Exklave Ceuta als „Angriff“ und „Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“ bezeichnet. Bei einem Besuch im Gebiet an der Meerenge von Gibraltar sagte er zudem den knapp 85.000 Einwohnern Ceutas die Unterstützung des ganzen Landes zu: „Ganz Spanien steht an eurer Seite. Wir übernehmen die Verantwortung für diese Situation.“

Viele Frauen und Kinder

Nach Angaben der Regierung gelangten in den vergangenen Tagen rund 60.000 Migranten von Marokko aus irregulär in die Exklave. Die meisten von ihnen trafen laut Medien zwischen Mittwoch und Donnerstag überwiegend schwimmend ein. Viele seien aber auch über die Grenzzäune geklettert. Unter den Ankömmlingen sind viele Frauen, Minderjährige und Kinder.

Mindestens 57 Menschen kamen nach jüngsten amtlichen Angaben im Meer ums Leben. Die meisten Menschen seien bei dem Versuch ertrunken, schwimmend von Marokko aus in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf einen Sprecher des Innenministeriums in Madrid.

Menschen an der marokkanisch-spanischen Grenze am Freitag

Menschen an der marokkanisch-spanischen Grenze am Freitag Foto: AFP

Der beispiellose Andrang hatte am Donnerstag eine schwere Krise ausgelöst. Die spanische Regierung setzt in Ceuta erstmals seit dem Massenzustrom von Mai 2021 wieder das Militär zur Unterstützung der Grenzsicherung ein. Beim Besuch der Exklave kündigte Sánchez am Freitag weitere Maßnahmen zur Sicherung der Grenze an.

Sánchez kündigt konkrete Maßnahmen an

So sollen am Grenzdamm zwischen der Küste Marokkos und dem Strand von Tarajal in Ceuta Schwimmbojen installiert werden, um eine „physische Sperre“ zu schaffen. Zudem sollen Verfahren beschleunigt werden, um die Rückführung irregulär eingereister Migranten zu erleichtern. „Die Ausreise vieler Migranten findet bereits statt“, sagte der Regierungschef, und hob zugleich die Zusammenarbeit mit Marokko hervor.

Nach offiziellen Angaben sind fast zwei Drittel der Menschen inzwischen zurückgekehrt. Bis zum Freitagnachmittag hätten sich „mehr als 37.500“ zunächst in Ceuta eingetroffene Menschen wieder nach Marokko begeben, teilte das spanische Innenministerium der Nachrichtenagentur AFP mit.

Frankreich verschärft angesichts des Andrangs von Migranten in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta seine Kontrollen an der Grenze zu Spanien. Angesichts der Lage in Ceuta habe er bereits am Donnerstagabend Anweisungen erteilt, die Kontrollen an der spanischen Grenze unverzüglich zu verstärken, teilte Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez mit.

Außerdem werde die schnelle Eingreiftruppe der Grenzschutzbehörde für Kontrollen auch im Hinterland eingesetzt. Die bislang an der Grenze zu Italien zur Kontrolle der Migration eingesetzte Einheit besteht aus Kräften der Polizei, Gendarmerie, des Zolls sowie aus Soldaten der Anti-Terror-Gruppe Sentinelle.

Italien setzt Schengen-Abkommen aus

Italien hat nach Angaben der rechten Regierung in Rom das Schengen-Abkommen über den freien Personenverkehr in der EU gegenüber Spanien vorübergehend ausgesetzt. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete den Schritt auf der Plattform X als „außergewöhnliche Maßnahme“, die ergriffen worden sei, „um die nationale Sicherheit zu gewährleisten und mögliche Auswirkungen für unser Land zu verhindern“. Nach den Worten von Meloni werden dadurch Grenzkontrollen wieder eingeführt.

Obwohl Marokko 1956 die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien erlangte, hat Spanien dort weiterhin zwei Exklaven, Ceuta und Melilla. In der Nähe beider Gebiete warten oft Tausende Menschen – vorwiegend aus Ländern südlich der Sahara – auf eine Gelegenheit, in das Gebiet zu gelangen, das zur EU, aber nicht zum Schengenraum gehört

5 Kommentare
Fraulein Smilla 01.08.202613:30 Uhr

Ein europaeischer Brueckenkopf in Afrika kann eigentlich sehr nuetzlich sein .Hatte Mich mal anfang der 80 iger fuer ein paar Stunden nach Ceuta verirrt . Damals war dort die heute nicht mehr existierende spanische Fremdenlegion stationiert .

Luxmann 01.08.202609:40 Uhr

Ein dauerhafter konflikt zwischen Spanien und Marokko waere sicher eine groessere gefahr fuer die fussball WM 2030 als der pseudo aufstand den die Uefa momentan gegen Gianni inszeniert.
Vielleicht werden beide auch schnell verpuffen...obwohl Ceuta und Melilla wegen ihrer lage als EU territorium in Afrika sicher laengerfristig konfliktstoff liefern.

Manfred Reinertz Barriera 01.08.202607:14 Uhr

Sánchez hat denselben Fehler wie Mutti gemacht, über eine Million Illegale einfach zu legalisieren, verständlich, dass die anderen Länder Spanien aus dem Schengen-Raum raus haben wollen...

Nomi 31.07.202621:53 Uhr

Den Trump huet rezent, e puer Deals mat Maroko gemeet.
Spunien huet dem Trump keng Erlabnis ginn fir US Militaer am Zesummenhgang mam Iran-Krich.

War dat keng Revanche vum Trump mat obsteppelen an CIA . . . . geint Spunien an d'EU ??

JJ 31.07.202616:41 Uhr

Wer Migranten einlädt zum Arbeiten und Wohnen,der darf sich nicht wundern wenn auch welche kommen. "Wir schaffen das." war die verheerende Aussage von Merkel. Das Resultat ist bekannt.
Sanchez legalisiert Einwanderer weil sie gebraucht werden. Für Sklavenlöhne in den Plantagen. Kommt einem bekannt vor.

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