Abstimmung

UN nennen Sklavenhandel „schwerstes Verbrechen gegen Menschlichkeit“ – Luxemburg enthält sich

Über mehrere Jahrhunderte wurden Millionen Menschen brutal verschleppt und fern ihrer Heimat als Sklaven ausgebeutet. Die UN nehmen nun eine deutliche Einordnung vor. Nicht alle Länder ziehen mit – auch Luxemburg enthält sich.

Vereinte Nationen Symbol vor dem Sekretariatsgebäude am UN-Hauptsitz in New York City bei klarem Himmel

Das Symbol der Vereinten Nationen ist vor dem Sekretariatsgebäude am Hauptsitz zu sehen Foto: dpa/AP/John Minchillo

Die Vereinten Nationen haben den transatlantischen Sklavenhandel als „schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ eingestuft. 123 Staaten stimmten in der UN-Generalversammlung für eine von Ghana eingebrachte Resolution, die unter anderem auch die unentgeltliche „unverzügliche und ungehinderte Rückgabe“ von Kulturgütern und Kunstobjekten an Herkunftsländer fordert. Israel, die USA und Argentinien stimmten gegen den Text.

Luxemburg und 51 weitere Länder enthielten sich. Die EU-Länder verurteilen den Sklavenhandel und wollen sich auch weiterhin für die Auseinandersetzung dieser dunklen Episode der Geschichte auseinandersetzen. Die EU-Staaten haben die Resolution jedoch aufgrund rechtlicher und sachlicher Bedenken hinsichtlich ihres Wortlauts nicht mitgetragen, wie das Außenministerium auf Tageblatt-Nachfrage hin mitteilt. Ein Beispiel: Die EU-Staaten seien gegen eine Hierarchisierung von Verbrechen, die das Leid anderer Opfer herunterspielt.

Der Handel mit versklavten Menschen aus Afrika und deren rassistisch begründete Versklavung sei „aufgrund des tiefgreifenden Bruchs in der Weltgeschichte, ihres Ausmaßes, ihrer Dauer, ihres systemischen Charakters, ihrer Brutalität und ihrer bis heute fortwirkenden Folgen“ als das „schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bewerten“, heißt es im Resolutionstext.

Resolution trifft auf US-Widerstand

US-Vertreter Dan Negrea nannte die Resolution höchst problematisch und sagte, der Staatenbund sei nicht gegründet worden, um spezifische Interessen und Agenden voranzutreiben und „internationale Nischentage zu etablieren“, wie es auf der UN-Webseite hieß. Die Abstimmung fiel auf den Gedenktag für die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels.

Vor allem zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert wurden mehrere Millionen Menschen in Afrika versklavt und nach Nord- und Südamerika und in die Karibik gebracht. Etliche überlebten die Überfahrt nicht. Der Sklavenhandel wurde in Großbritannien am 25. März 1807 verboten. In den USA wurde die Sklaverei 1865 in allen Bundesstaaten offiziell untersagt. Mit der Menschenrechtskonvention der UN wurde die Sklaverei 1948 weltweit verboten.

1 Kommentare
Fraulein Smilla 26.03.202619:56 Uhr

Ohne die Komplizenschaft afrikanischer Eliten , die den Europaeischen und arabischen Sklavenhaendler als Zulieferer dienten , waere der Sklavenhandel in dem Ausmass nicht moeglich gewesen .-Was die Rueckgabe von Kulturgueter betrifft , da gehoeren wohl auch die Beninbronzen , die rezent Nigeria zurueckgegeben wurden . Das Grundmaterial dieser Bronzen sind Armreife aus Kupfer und Bronze , sogenannte Manilas mit denen die Sklavenhaendler ihr "Ware " bezahlten . Die Rueckgabe dieser Bronzen an Nigeria hat den Nachkommen von Sklaven , besonders in den USA ziemlich sauer aufgestossen .

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