Eurovision Song Contest
Luxemburg verpasst das Finale am Samstag – Große Enttäuschung für Eva Marija
Die Wettquoten hatten es vorausgesehen: Eva Marija verpasst den Sprung in das große ESC-Finale am Samstag. Es ist das erste Ausscheiden Luxemburgs seit der Rückkehr zum Wettbewerb.
Eva Marija bei ihrem Auftritt am Donnerstagabend Foto: Tobias Schwarz/AFP
Um 23.15 Uhr steht es fest: Luxemburg verpasst zum ersten Mal seit seiner Rückkehr zum Eurovision Song Contest 2026 den Einzug ins Finale. Ausgeschieden sind außerdem Aserbaidschan, Armenien, die Schweiz und Lettland.
Für RTL und Eva Marija ist das Resultat enttäuschend. Doch die junge Sängerin beweist Rückgrat und stellt sich – im Gegensatz zu anderen ausgeschiedenen Acts – noch am selben Abend den Fragen der Journalisten. „Für mich war es das Wichtigste, mein Bestes zu geben und meinen Auftritt zu genießen. Ich bin 20 Jahre alt und durfte auf so einer riesigen Bühne stehen“, sagt Eva Marija. „Das hat mir so viel bedeutet. Ich freue mich darauf, zu sehen, was die Zukunft nun bringt.“ Es seien „nicht nur“ Tränen der Enttäuschung, die fließen würden, sondern auch Freudentränen. „Ein paar meiner besten Freunde sind ins Finale gekommen. Let’s go!“, sagt die Musikerin. Den Fans wünscht sie „eine tolle Show am Samstagabend“. Jetzt, wo sie am Wochenende etwas Zeit hat, will sie mit ihrer Familie feiern, Wien erkunden „und mich ein bisschen erholen“.
Ein paar Tränen fließen auch bei Elisabeth Conter. Luxemburgs Head of Delegation hat Eva Marija seit dem Gewinn des Luxembourg Song Contest auf Schritt und Tritt begleitet und zeigt sich trotz des Ausscheidens stolz: „Eva hat alles dafür gegeben, dass wir ins Finale kommen. Wir haben alle bis zum Schluss daran gearbeitet. Da ist die Enttäuschung natürlich groß.“ Dass man sich auch mal nicht qualifiziere, sei „Teil des Wettbewerbs“. Wie es nun weitergehe, darüber „müssen wir morgen nachdenken. Im Moment sind wir noch mitten in der Emotion. Wichtig ist vor allem: Wie geht es Eva damit?“
Eine genaue Analyse, warum Luxemburg im Halbfinale gescheitert ist, ist am Donnerstagabend kaum möglich. Lag es am Lied? Am Auftritt? An der Show? Waren die anderen schlicht zu gut? Oder war es eine Kombination aus vielen verschiedenen Faktoren? Diese Fragen stellt sich so mancher nach dem Resultat. Doch eindeutige Antworten darauf wird es wohl auch in Zukunft nicht geben. Ein klarer „Fehler“, wie einen verpassten Einsatz, ein Vertanzer in der Choreographie oder ein schiefer Ton – alles schonmal beim ESC passiert – war bei der Show am Donnerstag jedenfalls nicht zu erkennen. Fest steht nur: „Mother Nature“ hat nicht ausreichend Menschen von sich überzeugen können.
Bye, Bye ESC?
Doch so oder so: Verabschiedet sich Luxemburg nun nach dem verpassten Finale wieder von der Eurovision-Bühne? Die RTL-Verantwortlichen geben sich zurückhaltend. „Die Regierung hat bis Juni Zeit, sich aus der Konvention für das Jahr 2027 zurückzuziehen“, sagt David Gloesener. „Diese ist nicht an das erreichte Resultat beim ESC geknüpft.“ Man habe bisher jedoch „gute Gespräche“ mit der Regierung geführt und werde nun in den kommenden Wochen Bilanz ziehen. „Trotz des Resultats in diesem Jahr muss man auch beachten, was der ESC für Luxemburg bedeutet und welche neuen Chancen für die lokale Musikszene entstanden sind“, sagt Conter. Man habe ein „gutes System“ aufgebaut und vertrete Luxemburg gut auf der europäischen Bühne.
Man muss aber auch zugeben: Das Resultat kommt nicht unerwartet. Luxemburg wurde in den Wettquoten die ganze Zeit als einer der Verlierer des zweiten Halbfinals gehandelt. Von den ESC-Experten wurde der Beitrag zwar nicht zerrissen, aber richtig überzeugt zeigten sich nur wenige. Ein Hinweis darauf, wie gründlich sich die Luxemburger Delegation hinterfragen muss, werden wohl die getrennten Jury- und Publikumsergebnisse liefern, die erst nach der Show am Samstag veröffentlicht werden. Dann wird zumindest ersichtlich, ob Luxemburg nur knapp am Finale vorbeigeschrammt ist oder kaum Punkte eingefahren hat.
Ein Faktor für das Ausscheiden dürfte aber die starke Konkurrenz im zweiten Halbfinale gewesen sein. Viele Acts galten bei Experten vor Ort als „sichere“ Qualifizierte, darunter Australien, Dänemark, Rumänien und die Ukraine. Ins Finale geschafft haben es außerdem Bulgarien, Norwegen, Malta, Zypern, Albanien und Tschechien. Sie treffen dort auf Griechenland, Finnland, Belgien, Schweden, Moldau, Israel, Serbien, Kroatien, Litauen und Polen, die sich bereits am Dienstag qualifiziert hatten. Mit dabei sind außerdem die „Big Four“ von 2026 – Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien – sowie Vorjahressieger Österreich. Die genaue Running Order wird im Laufe des Freitags bekannt gegeben. Luxemburg winkt dann nur noch vom Greenroom aus.