„Portal eent“
Nach 130-Millionen-Klage: Stadt Esch weist Vorwürfe von Kindy Fritsch zurück
Nachdem der Unternehmer Kindy Fritsch eine Schadenersatzklage über 130 Millionen Euro eingereicht hatte, verteidigt die Stadt nun erstmals öffentlich ihr Vorgehen und weist die Vorwürfe als haltlos zurück.
Die Gemeinde wehrt sich gegen die Vorwürfe im Fall „Portal eent“ Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Die Gemeinde Esch hat am Morgen erstmals Stellung zu den Anschuldigungen des Unternehmers Kindy Fritsch zum gescheiterten Bauprojekt „Portal eent“ genommen. Eigentlich waren auf dem Gelände der ehemaligen Garage Losch mehr als 120 Wohnungen geplant. Fritsch hatte Ende Juni einen Schadenersatz in Höhe von 130 Millionen Euro gefordert. Er warf der Gemeinde vor, das Vorhaben absichtlich auf Verwaltungsebene blockiert zu haben, unter anderem durch ein Eingreifen beim vertikalen Kataster. Bürgermeister Christian Weis reagierte am selben Tag gegenüber dem Tageblatt noch mit den Worten: „Wir müssen jetzt alles zusammenbringen und unsere Juristen müssen prüfen, was uns im Detail vorgeworfen wird. Danach werden wir darüber kommunizieren.“
Gemeinde beruft sich auf Unterlagen
Heute schreibt die Gemeinde in ihrer Pressemitteilung, dass die gegen sie erhobenen Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehrten: „Die Unterlagen belegen vielmehr, dass kontinuierlich mit den verschiedenen Beteiligten zusammengearbeitet wurde, um das Vorhaben voranzubringen und Lösungen für die aufgetretenen Schwierigkeiten zu finden, insbesondere im Zusammenhang mit der Parzellierung und dem vertikalen Kataster.“ Außerdem sei die Baugenehmigung gemäß den gesetzlichen Vorgaben zweimal verlängert worden, um dem Bauunternehmen mehr Zeit einzuräumen.

Das Bauloch von „Portal eent“ Foto: Editpress/Julien Garroy
Budgetmittel nicht gestrichen
Fritsch hatte der Stadt auch vorgeworfen, die finanziellen Mittel im Haushalt reduziert und auf das Projekt „Rout Lëns“ übertragen zu haben. Gegenüber dem Tageblatt sagte er, das sei „illegal“. Die Gemeinde schreibt dazu: „Entgegen den Behauptungen wurden die für den Erwerb von bezahlbarem Wohnraum im Rahmen des Projekts ‚Portal eent‘ erforderlichen Mittel bisher im ‚Budget pluriannuel’ der Stadt veranschlagt und beibehalten.“
Die Escher Gemeinde betont ebenfalls, sich das Recht vorzubehalten, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Interessen, ihre Integrität und ihren Ruf zu verteidigen. Gleichzeitig kündigt sie an, fortan keine weiteren Kommentare im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens geben zu wollen.
Die Chronik zum Bauprojekt „Portal eent“
• Februar 2018: Verabschiedung des PAP durch den Gemeinderat
• April 2018: Ministerielle Genehmigung des PAP
• Juli 2018: Erteilung der Abbruchgenehmigung durch die Stadt Esch
• Oktober 2020: Genehmigung der am 16. Oktober 2020 unterzeichneten Durchführungsvereinbarung durch den Gemeinderat
• März 2021: Erteilung der Baugenehmigung durch die Stadt Esch
• Oktober 2023: erste Verlängerung der Baugenehmigung
• Oktober 2024: zweite Verlängerung der Baugenehmigung
• Januar 2026: Erteilung einer neuen Baugenehmigung