Verdacht auf Körperverletzung von Kindern
Staatsanwaltschaft lässt Crèche in Petingen durchsuchen
Mehrere Meldungen gingen in den vergangenen Tagen bei der Staatsanwaltschaft ein – und die hat reagiert. Eine Crèche in Petingen wurde am Mittwoch durchsucht.
Schwere Vorwürfe gegen eine Crèche in Petingen Foto: Editpress/ Julien Garroy
Die Staatsanwaltschaft hat die Crèche „Dramland“ in Petingen durchsuchen lassen. Zwischen dem 30. Januar und dem 4. Februar seien mehrere Meldungen über das Bildungsministerium bei der Staatsanwaltschaft eingegangen, teilte diese am Donnerstagmorgen in einem Presseschreiben mit. Der Verdacht der Justiz: vorsätzliche Körperverletzung an Minderjährigen unter 14 Jahren. Zu den einzelnen Hinweisen kann das Ministerium jedoch keine Angaben machen, heißt es auf eine Nachfrage des Tageblatt hin.
Die in den Meldungen geschilderten Tatsachen würden möglicherweise einen Verstoß gegen Artikel 401bis des Strafgesetzbuches darstellen, schreibt die Staatsanwaltschaft. Deswegen habe sich am 4. Februar ein Untersuchungsrichter damit befasst – und einen Durchsuchungs- sowie Beschlagnahmungsbefehl erlassen.
Die Durchsuchung fand noch am Abend desselben Tages statt. Die Crèche wurde zudem am Mittwochabend zum „vorsorglichen Schutz der Kinder“ geschlossen. Davon betroffen war neben der Crèche auch der Hauptsitz des Betreibers. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern derzeit an. Es gilt die Unschuldsvermutung, erinnert die Staatsanwaltschaft.
Maßnahmen infolge von Beschwerden
Seit dem 30. Januar sind insgesamt neun Meldungen über das interne Beschwerdemanagement-System zu der Crèche eingegangen, sagt das Ministerium weiter. Doch bereits zuvor habe es scheinbar Schwierigkeiten in dieser Betreuungseinrichtung gegeben. So seien in den vergangenen zwei bis drei Jahren bereits drei Beschwerden eingereicht worden. Daraufhin sei eine Kontrolle durchgeführt und der Betreiber aufgefordert worden, sich in mehreren Punkten „mit den geltenden gesetzlichen Bestimmungen in Einklang zu bringen“.
Sowohl die bestehenden Kontrollmechanismen als auch das Beschwerdesystem ermögliche es dem Ministerium, frühzeitig Unregelmäßigkeiten zu erkennen und bei Bedarf Maßnahmen zu ergreifen.
2025 seien insgesamt 268 Beschwerden bearbeitet und 513 Kontrollen durchgeführt worden. Daraufhin musste in einem Fall die Betreuungskapazität einer Einrichtung reduziert werden und in einem weiteren Fall kam es zu einem Entzug des „Agrément“, teilt das Bildungsministerium mit.

Bis auf Weiteres geschlossen Foto: Editpress/Julien Garroy
Bürgermeister reagiert
„Wird eine Durchsuchung durchgeführt, dann müssen die Vorwürfe schwerwiegend sein“, sagt der Petinger Bürgermeister Jean-Marie Halsdorf. Er sei am Morgen über den Fall informiert worden, kurz ehe die Informationen an die Presse gingen. 32 Kinder seien in der betroffenen Crèche eingeschrieben, den Namen der Einrichtung wollte er zu diesem Zeitpunkt nicht preisgeben.
„Da es sich um ein Unternehmen in privater Hand handelt, haben wir keinerlei Befugnis, um uns in die Abläufe der Crèche einzumischen. Uns sind schlicht die Hände gebunden. Wenn aber Eltern auf uns zukommen und um Hilfe bitten – etwa, um ihre Kinder im Falle einer Schließung woanders unterzubringen –, dann werden wir tun, was wir können.“
Das Bildungsministerium hat die betroffenen Eltern umgehend über die Schließung informiert, heißt es auf Tageblatt-Nachfrage hin. Zudem seien umliegende Kinderbetreuungseinrichtungen kontaktiert worden, um verfügbare Plätze zu erfassen. Die Eltern seien über die entsprechenden freien Kapazitäten informiert worden. „Das verfügbare Platzangebot übersteigt die Zahl der betroffenen Kinder deutlich“, präzisiert das Ministerium. (joé, dr, WiR)