Leserforum
Ist Trump dem eigenen Untergang verfallen?
Erich Ludendorff, der Erste-Weltkrieg-Chefstratege des kaiserlich deutschen Heeres, sagte vor der letzten großen Offensive gegen Paris, im Frühjahr 1918: „Wir hauen ein Loch hinein und dann werden wir schon sehen.“
Nach allen bisher von Trump gehauenen Löchern hat man nur gesehen, dass das Problem nicht nachträglich gelöst wurde. Venezuela, Gaza: Das Riesenloch, das Trump im Juni des letzten Jahres zusammen mit Israel in die iranischen Atomanlagen gehauen hat, hat offenbar Letztere nicht wirklich zerstört, denn wieso bedurfte es dann eines neuerlichen Krieges und wieso hat Trump sich gegen seine Gepflogenheiten von Israel in diesen hineinziehen lassen, ohne Plan und ohne Ziel und vor allem ohne Exit-Strategie.
Je länger dieser Krieg dauert, umso größer werden die Schäden an der Energie-Infrastruktur des Nahen Ostens, umso mehr steigen die Energiepreise und die allgemeine Inflation, umso rascher schlittern die westlichen Wirtschaften (auch die der USA) in die Rezession.
Netanjahu will durch einen dauernden Krieg gegen den nationalen Erzfeind seine Rolle als Beschützer Israels zementieren, um so von eigenen Korruptionsvorwürfen abzulenken.
Die USA werden aus dieser Sackgasse nicht unbeschadet herauskommen. Wie groß die Umwälzungen intern und weltweit schlussendlich sein werden, kann im Augenblick niemand sagen. Fest steht nur: Am Ende werden wir alle ärmer und unsicherer sein; denn es hat Milliarden gekostet, um diese Vorkommnisse an Öl und Gas zu erschließen, und es wird Milliarden kosten, um sie wieder funktionsfähig zu machen. Aus welchen Taschen werden diese Unsummen wohl stammen? Aus Trumps und Netanjahus ganz bestimmt nicht.