Korruptionsaffäre

Die Einwanderungsagentur: Betrüger nutzten Schnittstelle ADEM aus

Das Betrügernetzwerk um drei Hauptbeschuldigte nutzte die Prozedur der ADEM, um Migranten behördliche Arbeitsnachweise zu beschaffen.

Die Arbeitsnachweise der ADEM sind zentral für eine Einreise von Drittstaatenangehörigen nach Luxemburg

Die Arbeitsnachweise der ADEM sind zentral für eine Einreise von Drittstaatenangehörigen nach Luxemburg Foto: Editpress/Julien Garroy

Wie konnten mutmaßlich über 200 Antragsteller eine Aufenthaltsgenehmigung in Luxemburg erhalten? In dem wohl größten Korruptionsfall der rezenten Luxemburger Vergangenheit scheinen drei Akteure aus einem Netzwerk von derzeit 27 Beschuldigten als mutmaßliche Drahtzieher herauszustechen. Einer davon, ein Unternehmer und akkreditierter Übersetzer aus Esch mit montenegrinischen Wurzeln, soll, laut Reporter.lu, die wesentliche Schnittstelle zwischen Antragstellern und Behörden gewesen sein. Er soll, zusammen mit seiner Lebensgefährtin und dem Betreiber eines Friseursalons, die Aufenthaltstitel gegen Bezahlung organisiert und sich dabei mutmaßlich auf ein Netzwerk von Behördenmitarbeitern – darunter wohl auch Staatsbeamte – bei der ADEM, in der „Direction de l’immigration“ (DGIM) oder im „Ministere de l’education et de la jeunesse“ gestützt haben. Die Ermittlungen dauern an, bis zur rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

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