CNS-Bilanz 2025

Die Gesundheitskasse schreibt weiter rote Zahlen – Reserven schrumpfen

Trotz steigender Versichertenzahlen schreibt die luxemburgische Gesundheitskasse CNS weiterhin rote Zahlen: Das Jahr 2025 schließt mit einem Defizit von 102 Millionen Euro.

2025 verzeichnete eine verstärkte Nutzung der Direkt-Rückerstattung (PID)

2025 verzeichnete eine verstärkte Nutzung der Direkt-Rückerstattung (PID) Foto: Editpress-Archiv/François Aussems

Die nationale Gesundheitskasse (CNS) zieht Bilanz für das Jahr 2025 und hat am Montag einen entsprechenden 85-seitigen Bericht mit reichlich Zahlenmaterial publiziert. Ein Blick auf die Finanzen zeigt, dass die CNS auch in dem Jahr wieder rote Zahlen geschrieben hat.

Die Reserve schrumpft weiter

Das Geld der CNS stammt zu 97,8 Prozent aus den Beiträgen der Versicherten und Arbeitgeber sowie aus staatlichen Zuschüssen. Die Einnahmen der Kranken- und Mutterschaftsversicherung beliefen sich 2025 auf 4.776,9 Millionen Euro, die Ausgaben wiederum auf 4.879,1 Millionen Euro. Das führte zu einem negativen Saldo von 102,1 Millionen Euro, wodurch die Gesamtreserve der CNS auf 833,8 Millionen Euro schrumpft. Das gesetzliche Minimum beläuft sich auf 487,9 Millionen Euro.

Diese Entwicklung lässt sich bereits seit mehreren Jahren beobachten. Darum mahnt die CNS in ihrem Bericht zur Vorsicht. Sie rechnet 2026 mit einem noch höheren Defizit von 126,5 Millionen Euro. Ein Strategieausschuss habe bereits Ansätze vorgestellt, um die Finanzlage der Kranken- und Mutterschaftsversicherung nachhaltig zu sanieren. So habe ein Maßnahmenpotenzial in Höhe von 95 Millionen Euro ermittelt werden können.

Die Gesundheitskasse schreibt weiter rote Zahlen – Reserven schrumpfen
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Entwicklung der Einnahmen der Kranken- und Mutterschaftsversicherung

© Screenshot: Rapport annuel 2025, CNS

Die Gesundheitskasse schreibt weiter rote Zahlen – Reserven schrumpfen
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Entwicklung der Ausgaben der Kranken- und Mutterschaftsversicherung

© Screenshot: Rapport annuel 2025, CNS

Pflegeversicherung

Anders als die Kranken- und Mutterschaftsversicherung schreibt die Pflegeversicherung (fr.: assurance dépendance) schwarze Zahlen. Mit einem Überschuss von 48,3 Millionen Euro wächst die Reserve auf 610,1 Millionen Euro.

Die gesetzliche Mindestreserve liegt bei 108,2 Millionen Euro, was zehn Prozent der laufenden Ausgaben entspricht. Dennoch hat sich das Resultat im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Die CNS führt dies vorwiegend auf die Festlegung neuer Vergütungssätze im Rahmen der Verhandlungen über die Geschäftsjahre 2025 und 2026 zurück.

Anstieg der Versichertenzahlen

Parallel zu den finanziellen Entwicklungen wächst auch die Zahl der Menschen, die das luxemburgische Gesundheitssystem absichert: Die CNS zählte in dem Jahr insgesamt 986.992 Versicherte, was einem Anstieg von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon waren 356.163 nicht in Luxemburg sesshaft – ebenfalls ein Anstieg von 1,4 Prozent.

Der Bericht zeigt auch, dass das „Paiement immédiat direct“ (PID) in Luxemburg immer geläufiger wird. 2025 wurden insgesamt 3.463.843 Konsultationen gleich über das PID abgedeckt, was einem Plus von 367,6 Prozent gegenüber 2024 gleichkommt. Damals waren es mit 740.824 noch weniger als eine Million.

Minimaler Rückgang bei den Krankenscheinen

2025 wurden 960.685 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausgestellt, womit ihre Anzahl minimal zurückging – um 0,5 Prozent. Wenig überraschend geht der Großteil davon auf Krankheitsfälle zurück – insgesamt 926.779. Bei 31.409 Fällen handelte es sich um Arbeitsunfälle und die CNS listet zudem getrennt 2.497 Bescheinigungen wegen Covid-19 auf. In 85.614 Fällen stellten Ärzte eine Bescheinigung für „Congé pour raisons familiales“ aus.

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