déi Lénk
„Erhöhung des Mindestlohns ist moralische und wirtschaftliche Verpflichtung“
Ein um 300 Euro höherer Mindestlohn sei nicht nur ein moralisches Gebot, sondern auch ein wirtschaftlicher Standortvorteil, sagt „déi Lénk“. Das Argument von Regierung und Patronat, eine strukturelle Erhöhung des Mindestlohns führe zu einem Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit und höheren Verbraucherpreisen, lässt die Partei nicht gelten.
Co-Sprecherin Carole Thoma und der Abgeordnete Marc Baum hoffen, dass die Regierung doch noch zur „ökonomischen Vernunft“ kommt Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Laut „déi Lénk“ ist die strukturelle Erhöhung des sozialen Mindestlohns nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern vor allem eine wirtschaftliche zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Das erklärten der Abgeordnete Marc Baum und die Co-Sprecherin der Partei, Carole Thoma, am Donnerstagvormittag auf einer Pressekonferenz in den Räumen der politischen Gruppierung in Luxemburg-Stadt. Wie die Gewerkschaften OGBL und LCGB fordert die Linke die CSV-DP-Regierung dazu auf, den Mindestlohn um 300 Euro zu erhöhen.
Wer einer Vollzeitbeschäftigung nachgeht und Mehrwert erwirtschaftet, müsse von den Früchten seiner Arbeit ordentlich leben können – ohne auf Sozialhilfe zurückzugreifen, sagte Baum. Das gelte insbesondere für die 230.000 Grenzgänger, die keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben. Für sie werde das einstige Hochlohnland Luxemburg immer unattraktiver. Das liege nicht nur an den alltäglichen Staus und überfüllten Zügen oder an den im Vergleich zu den Nachbarländern längeren Arbeitszeiten, sondern vor allem daran, dass die Gehälter in den Niedriglohnsektoren weniger anziehend geworden seien. Kaufkraftbereinigt ist der Mindestlohn in Luxemburg niedriger als in Deutschland, den Niederlanden und Belgien und in etwa genauso hoch wie der in Frankreich.