Das „Collège médical“ begründet seine Geheimhaltung in der Affäre um den von der Gesundheitsministerin vorläufig suspendierten Chirurgen mit dem Schutz vor Repressalien der Whistleblower. Der Anwalt von Philippe Wilmes hat diese Woche zwei Einsprüche vor dem Verwaltungsgericht gegen die Suspendierung eingereicht. Das Eilverfahren soll schon am Mittwoch verhandelt werden.
Die Beamtengewerkschaft CGFP hat das Schlichtungsverfahren gegen die Regierung vorerst ausgesetzt. Laut Gewerkschaft zeige die Regierung Kompromiss- und Gesprächsbereitschaft.
Mehrere Patientinnen werfen dem Orthopäden Philippe Wilmes unnötige Operationen vor. Der Mediziner spricht von einer „finsteren Intrige“, sieht politische Motive und will seine Suspendierung notfalls vor Gericht anfechten.
Am Donnerstag hat CSV-Gesundheitsministerin Martine Deprez ihren Gesetzentwurf zu den Arztgesellschaften im Parlament hinterlegt. „Salariatsmedizin“ soll künftig auch außerhalb von Krankenhäusern nur sehr eingeschränkt möglich sein.
Nach der Kündigung der Konvention mit der CNS drängt die Ärztevereinigung AMMD auf politische Reformen. Ein erhofftes Gespräch mit Premierminister Luc Frieden kommt jedoch vorerst nicht zustande.