Sportmuseum
Ministerielle Amnesie: Niemand will vom „protocole d’accord“ gewusst haben
Der Haushaltskontrollausschuss hat am Montag drei Minister zum gescheiterten Sportmuseum-Projekt in Esch befragt. Besonders Vertreter des Sport- und des Finanzministeriums glänzten mit Unwissenheit.
Was weiß Gilles Roth über das Projekt, das Georges Mischo den Ministerposten kostete? Montage: Jil Scheuer/Tageblatt
Die Sportmuseum-Affäre um den mittlerweile zurückgetretenen Sportminister Georges Mischo (CSV) droht immer weitere Kreise zu ziehen. Im Zentrum stehen immer noch ungeklärte Fragen um das ominöse „protocole d’accord“ zwischen dem Sportministerium und dem Bauträger IKO. Auch bleibt unklar, von wem der Vorschlag stammt, das vorgesehene Gebäude als Kongresszentrum zu erwerben und in ein Sportmuseum umzufunktionieren – und somit das Projekt zumindest zum Teil einer öffentlichen Ausschreibung vorzuenthalten. Das von der Regierung angefragte juristische Gutachten zum Bauvorhaben auf der „Rout Lëns“ widerspricht jedoch in wesentlichen Punkten der Darstellung des ehemaligen Sportministers Georges Mischo: Das „protocole d’accord“ und die durchgeführte Machbarkeitsstudie waren illegal. „Der Einfluss des Sportministeriums war zu groß“, resümiert Mischos Nachfolgerin und Parteikollegin Martine Hansen das unter Verschluss gehaltene Gutachten.
Damit jedoch nicht genug. Denn die Erklärungen, die der Generalkoordinator im Sportministerium, François Knaff, aber auch Finanzminister Gilles Roth (CSV) und dessen Beamten zum Besten gaben, waren gelinde gesagt dürftig. So dürftig, dass der LSAP-Abgeordneten Liz Braz im öffentlichen Teil der Kommissionssitzung der Kragen platzte. „Ich möchte Sie daran erinnern, dass Sie im Rahmen einer Enquête-Kommission unter Eid die Wahrheit sagen müssten“, ließ Braz durchblicken.