Nach umstrittener Aussage

Premier Frieden: Niemand kann Absichten der Regierung zur Pressefreiheit anzweifeln

Eine Aussage von Premier Luc Frieden über Medien hat in Luxemburg Kritik ausgelöst. Die Opposition stellt Fragen zur Pressefreiheit, die Regierung betont ihr Engagement.

Premierminister Luc Frieden äußert sich kritisch zu den Medien bei einer öffentlichen Veranstaltung

Premierminister Frieden hat mit einer Aussage zu den Medien Befremden ausgelöst Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Premierminister Luc Frieden hat mit einer Aussage über Medien für Irritationen gesorgt. Bei einer Diskussionsrunde in der Philharmonie am vergangenen Dienstag hatte der Regierungschef erklärt, er wünsche sich „mehr Paperjams“, denn „bestimmte Medien und vielleicht auch die Öffentlichkeit im Allgemeinen lassen sich von neuen Konflikten hier und da in den Bann ziehen“. Daher solle man sich nicht zu sehr auf das konzentrieren, „was man in bestimmten Medien liest“.

In diesem Zusammenhang hinterfragen die Grünen-Abgeordneten Sam Tanson und Djuna Bernard in einer parlamentarischen Anfrage unter anderem, ob eine solche Bewertung durch den Premier in seiner Funktion als Medienminister angemessen ist. Zudem erkundigen sich die Abgeordneten danach, ob Frieden die redaktionelle Freiheit der Medien anerkennt und ob seine Äußerungen als Eingriff in die Pressefreiheit verstanden werden könnten.

Friedens Antwort umfasst nur wenige Zeilen: „Als Bürger, als Politiker und als Minister, in dessen Zuständigkeitsbereich die Medien fallen, legt der Ministerpräsident großen Wert auf eine freie, pluralistische und professionelle Presse, die eine unverzichtbare Säule jeder Demokratie darstellt“, schreibt der Premier am Mittwoch. Angesichts geplanter Maßnahmen zur Stärkung des Medienpluralismus und zur Schaffung eines Informationszugangsrechts könne „niemand“ die Absichten der Regierung in Bezug auf Pressefreiheit anzweifeln.

Bereits auf dem Neujahrsempfang für die Luxemburger Presse im Januar konnte sich der Premier eine Medienschelte nicht verkneifen. In Bezug auf einen Auftritt der Chefredakteure von Wort und Tageblatt im Presseclub auf RTL sagte Frieden, diese sollten doch etwas optimistischer in die Welt schauen. (les)

4 Kommentare
Wums 03.04.202608:30 Uhr

Unerträglicher und unglaubwürdiger Premier,
hat Trumps Virus geschluckt.

DanV 02.04.202612:46 Uhr

Wer in seinem Amt normalerweise einstecken muss, darf auch mal austeilen. Genauso sollten die sich angesprochen fühlenden Medien auch mal einstecken können.

Es ist ja nicht so, dass der Wunsch eines Premiers gleich Gesetz wird. Wir leben ja nicht in einer Diktatur.

Ich bin kein Fan, aber eine solch harmlose Bemerkung gleich zur Pressefreiheitsattacke hochzuschaukeln, bestätigt nur seine Aussage.

Ehrlich gesagt bin ich selbst manchmal baff, wie einfach manche Luxemburger Medien von „niveauvoll“ auf „niveaulos“ umschalten können.

Yves ALTWIES antwortete am 02.04.202616:11 Uhr

"Wer in seinem Amt normalerweise einstecken muss, darf auch mal austeilen."
Von Geld geht hier ja wohl nicht die Rede ?

Manfred Reinertz Barriera 01.04.202621:53 Uhr

Der CEO tut sich eben schwer mit kritischer Presse umzugehen, also sollte er einfach zurück in den privaten Sektor gehen, da ist es eben leichter und man wird unsso leichter von der Presse mit Lopreisungen übergossen, denn die braucht ja auch Werbekunden...

Yves ALTWIES 01.04.202620:19 Uhr

Was gesagt ist, ist gesagt.

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