zweite Verhandlungsrunde

Tripartite gerät wegen Mindestlohn ins Stocken

Nach den „konstruktiven“ Gesprächen am ersten Verhandlungstag, verlief die zweite Tripartite-Sitzung im Schloss Senningen am Mittwoch weniger harmonisch. Was vor allem am Mindestlohn liegt, den die Gewerkschaftsunion strukturell erhöhen will, die UEL jedoch nicht. Die CSV-DP-Regierung will am Donnerstagmorgen eine Lösung finden, bevor sie am Nachmittag mit den Sozialpartnern weiterverhandelt.

Marc Lauer, Christian Hahn, Michel Reckinger, Romain Wolff und Steve Heiliger bei Pressekonferenz zur Tripartite am Mittwoch

Marc Lauer (UEL), Christian Hahn (Landwirtschaftskammer), Michel Reckinger (UEL), Romain Wolff und Steve Heiliger (beide CGFP) am Mittwoch während der Pressekonferenz nach der Tripartite Foto: Editpress/Julien Garroy

„Ganz intensiv Stonnen“ hätten Regierung und Sozialpartner am Mittwoch bei der zweiten Verhandlungsrunde der Tripartite im Schloss Senningen verbracht, sagte CSV-Premier Luc Frieden im Anschluss auf einer Pressekonferenz, zu der neben ihm nur die CGFP, der Präsident der Landwirtschaftskammer, Christian Hahn, und zwei Patronatsvertreter erschienen waren. Der Präsident der Staatsbeamtengewerkschaft, Romain Wolff, sprach von „guten Gesprächen“ und sagte, neben der Anpassung der Steuertabelle an die Inflation, sei die Hauptforderung der CGFP, bei der Anwendung des superreduzierten TVA-Satzes von drei Prozent zum Bau oder zur Renovierung des Hauptwohnsitzes den Betrag von 50.000 auf 100.000 Euro inflationsbereinigt zu verdoppeln. OGBL und LCGB blieben der Pressekonferenz fern, sie waren nach Ende der Sitzung gleich nach Hause gefahren, weil es „keinen neuen Moment“ gegeben habe, sagte OGBL-Präsidentin Nora Back dem Tageblatt auf Nachfrage.

Was darauf hindeutet, dass die Atmosphäre am Mittwoch nicht ganz so „konstruktiv“ war wie am Dienstag, auch wenn Luc Frieden in seiner Stellungnahme nach der Sitzung das Gegenteil behauptete. „Ee ganz schwierege Sujet“ sei der Mindestlohn gewesen, sagte der Premier. Die Gewerkschaftsunion will den Mindestlohn strukturell um 300 Euro erhöhen, die UEL lehnt das ab, die Landwirtschaftskammer ebenfalls, wie Christian Hahn am Mittwoch bestätigte. Die Regierung hatte schon Anfang April entschieden, den Mindestlohn im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen zweijährigen Anpassung am 1. Januar um 170 Euro aufzubessern und den Betrieben die Hälfte davon zu bezahlen. Weiter wollte sie am Mittwoch offensichtlich nicht gehen.

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren

Sprachlernplattform

3,8 Millionen Euro für LLO – doch die App streikt