„déi gréng“ vor ihrem Parteikongress
Warten auf die nächste Welle
Vom großen Wahlverlierer zur präsenten Oppositionspartei: „déi gréng“ wollen wieder Zukunftspartei sein – in einer Zeit, in der viele Menschen Angst vor der Zukunft haben. Eine Annäherung an die grüne Gemütslage zur Halbzeit der Legislatur.
Die sichtbarste Veränderung in jüngster Zeit: Der Umzug der Abgeordneten aus der 4, rue du St. Esprit, an den Krautmarkt. Foto: Fabrizio Pizzolante
„Der Schock ist verdaut, unser Blick ist wieder Richtung Zukunft gerichtet.“ Djuna Bernard sitzt an einem Ferienfreitag im Februar in einem neuen Konferenzzimmer am Krautmarkt. Im vergangenen Sommer ist ihre Fraktion aus der rue du St-Esprit ein Stück weiter nach oben gezogen, vorbei an der Chamber und dem großherzoglichen Palast. Vor den Fenstern nun Oberstadt-Trubel statt Lampions. Nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich hat sich für „déi gréng“ viel verändert.
Die Stimmung sei besser als vor zwei Jahren, sagt Bernard. Vor zwei Jahren, da waren „déi gréng“ nach ihrem desaströsen Wahlergebnis personell stark dezimiert aus der Regierung geflogen. Nach zehn Jahren. Es folgte: Wunden lecken, Wahlanalyse und eine Wiedergeburt als Oppositionspartei. Mit vier Abgeordneten, die eigentlich kaum Parlamentserfahrung vorweisen konnten, ausgenommen François Bausch und seine Nachfolgerin Djuna Bernard, die für den altgedienten Abgeordneten im Sommer 2024 in die Chamber nachrückte – pünktlich zum Caritas-Skandal.