„Déi Lénk“ vor dem Kongress am Sonntag

„Wir übernehmen eine Vermittlerrolle zwischen Zivilgesellschaft und Parlament“

Spätestens seit es ihr gelungen ist, im Parlament eine Zweidrittelmehrheit zur Verankerung des Schwangerschaftsabbruchs in der Verfassung hinter sich zu versammeln, fühlt sich „déi Lénk“ im Aufwind. Vor dem Parteikongress am Sonntag sprachen wir mit den Co-Sprechern Carole Thoma und André Marques über die Chancen und Risiken des Strategiewechsels, den die Partei nach den letzten Wahlniederlagen eingeleitet hat.

Carole Thoma und André Marques posieren gemeinsam als Co-Sprecher von déi Lénk vor neutralem Hintergrund

Carole Thoma und André Marques wollen Co-Sprecher von „déi Lénk“ bleiben Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Auf ihrem Nationalkongress am Sonntag im Mamer Schloss wird die kleine Oppositionspartei „déi Lénk“ wie jedes Jahr eine neue Nationalkoordination wählen. Die bestimmt im Mai ihre beiden Co-Sprecher, die sie in der Öffentlichkeit vertreten. Carole Thoma (35) bekleidet dieses Amt seit 2015, André Marques (30) hat vergangenes Jahr von Gary Diderich übernommen, der im Oktober für Marc Baum in die Abgeordnetenkammer rotieren wird. Beide wollen sich erneut bewerben, eine Gegenkandidatur liegt bislang nicht vor. Nachdem „déi Lénk“ in den vergangenen Jahren ihre Präsenz in den sozialen Medien erweitert hat, solle die Hauptresolution, über die am Sonntag diskutiert und abgestimmt wird, die Politik und die Organisation der Partei näher zusammenführen, sagt Carole Thoma. Im Hinblick auf den „anstrengenden Wahlmarathon“ soll sie Antworten liefern auf die Fragen, wie die Linke weiter „nach vorne“ kommen und die dafür notwendigen Kräfteverhältnisse in der Gesellschaft aufbauen kann, indem sie „méi no bei de Leit“ ist und ihre Mitglieder besser in die politische Arbeit einbindet. Erklärtes Ziel der Linken ist es, 2028 die Kammerwahl zu gewinnen, um 2029 gestärkt in den Kommunal- und Europawahlkampf zu gehen.

Tageblatt: Mit der erfolgreichen Initiative zur Einschreibung der Freiheit auf Schwangerschaftsabbruch in die Verfassung hat „déi Lénk“ gewissermaßen Geschichte geschrieben. Was bedeutet dieser Erfolg für Ihre Partei?

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