Radsport-EM

Bronze für Luxemburg: Mixed-Staffel wird in Slowenien Dritte

Luxemburg darf sich über die nächste Medaille im Radsport freuen: In der Mixed-Teamstaffel holten Alex Kirsch, Mats Wenzel, Mathieu Kockelmann, Nina Berton, Marie Schreiber und Liv Wenzel Bronze. Gold ging nach Frankreich.

Die FSCL-Auswahl freute sich am Dienstag über die Bronzemedaille in der Mixed-Staffel

Die FSCL-Auswahl freute sich am Dienstag über die Bronzemedaille in der Mixed-Staffel Foto: FSCL/Hugo Barthélemy

Wie man so eine EM-Medaille feiert, das wusste Mats Wenzel am Dienstag kurz nach dem Rennen noch nicht. „Es ist immerhin meine erste EM-Medaille“, schmunzelte er. „Ich bin aber gespannt, was auf mich zukommt.“ Schon am Nachmittag war die Prozedur eine andere als bei einem normalen Rennen: Erst stiegen die sechs FSCL-Athleten aufs Podium, dann bekamen sie die Bronzemedaille umgehängt. „Wir haben alle mit dem Gedanken gespielt, dass das klappen könnte. Aber dass es jetzt wirklich geklappt hat, ist trotzdem eine Überraschung“, ergänzte der 22-Jährige.

Schon vor der EM betonte Nationaltrainer Jempy Drucker, wie wichtig ihm die Mixed-Staffel sei. Im vergangenen Jahr feierte Luxemburg in der Disziplin Premiere und wurde Fünfte – nur ein Jahr später klappt es jetzt mit der Medaille. Doch nicht alle Nationen sahen in dem Wettbewerb eine hohe Wichtigkeit. Neben Luxemburg hatten nur Weltmeister Italien, Frankreich, Gastgeber Slowenien, Polen und die Ukrainer eine Mannschaft gemeldet.

Doch auch wenn lediglich sechs Teams am Start waren, bleibt es eine EM-Medaille, die denselben Wert hat wie Medaillen in den anderen EM-Rennen auch. Die Tatsache, dass nicht mehr Nationen ein Team gemeldet haben, können die Luxemburger nicht ändern. Eine Medaille gibt es schließlich nur zu gewinnen, wenn man auch am Start steht. „Ich denke, dass die Medaille genauso hoch zu bewerten ist wie eine Medaille bei einem anderen EM-Rennen“, sagt Wenzel. „Als so kleine Nation bei einer EM aufs Podium zu fahren, ist schon eine Leistung.“

Männer legen den Grundstein

44 Kilometer lang war der Parcours, Männer und Frauen mussten jeweils 22 Kilometer bewältigen. Das luxemburgische Männer-Trio um Mats Wenzel, Alex Kirsch und Mathieu Kockelmann machte den Anfang – drei Fahrer, die sich zwar kennen, aber kaum Gelegenheit hatten, gemeinsam zu trainieren. Kirsch, der eigentlich in Andorra lebt, war zwei Wochen in Luxemburg, um sich mit den anderen beiden auf die EM vorzubereiten. Weil Kockelmann jedoch krank wurde, trainierten letztlich nur Kirsch und Wenzel gemeinsam. „Wir haben bei der Streckenbesichtigung am Montag zum ersten Mal zu dritt trainiert. Aber wir kennen uns schon länger und verstehen uns. Das ist schon ein großer Vorteil, wenn man eine solche Team-Disziplin fährt“, sagt Wenzel.

Das EM-Podium der Mixed-Staffel 2026

Das EM-Podium der Mixed-Staffel 2026 Foto: FSCL/Hugo Barthélemy

Die Männer absolvierten ihre 22 Kilometer in 29:34 Minuten – 1:31 Minuten langsamer als Frankreich und 24 Sekunden langsamer als Italien, aber auch neun Sekunden schneller als Polen. Das Männer-Trio legte damit den Grundstein für die spätere Medaille.

Siebte luxemburgische EM-Medaille

Es entwickelte sich ein spannender Zweikampf um Bronze zwischen Luxemburg und Polen. Nach der ersten Zwischenzeit der Damen, als insgesamt 30 Kilometer absolviert waren, lagen die Polen noch zwölf Sekunden vor Luxemburg. Bei der zweiten Zwischenzeit nach 38 Kilometern war die Entscheidung jedoch schon gefallen: Luxemburg hatte den Rückstand nicht nur wettgemacht, sondern lag nun 21 Sekunden vor Polen.

Am Ende ging der Titel erneut an Frankreich. Italien wurde mit 1:12 Minuten Rückstand Zweiter. Luxemburg beendete das Rennen mit 3:34 Minuten Rückstand auf die Sieger als Dritter. Polen musste sich mit Rang vier (+4:01 Minuten) zufriedengeben.

Für die FSCL ist es bei ihrer erst zweiten Teilnahme an der Mixed-Staffel ein weiterer großer Erfolg – und bereits die siebte luxemburgische EM‑Medaille. Alle davon wurden im Zeitfahren gewonnen: 2024 holte Marie Schreiber bereits Bronze bei den Espoirs, Mathieu Kockelmann wurde 2022 Europameister. Blickt man noch weiter zurück, gewann Bob Jungels 2009 bei den Junioren Silber sowie 2011 und 2012 bei den Espoirs ebenfalls Silber. Anne-Marie Schmitt holte 2007 bei den Juniorinnen Silber.

Wie man eine solche EM‑Medaille feiert, weiß der luxemburgische Verband also – und auch Mats Wenzel wird diese Erfahrung machen dürfen. Denn anders als bei den anderen fünf luxemburgischen Medaillisten konnte er den Abend genießen – seine EM ist vorbei. Sowohl Kockelmann als auch Kirsch, Liv Wenzel, Marie Schreiber und Nina Berton müssen am Mittwoch noch im Einzelzeitfahren ran.

Im Überblick

Radsport-EM, Mixed-Staffel:
Sencur-Sencur (44 Kilometer/sechs Teilnehmer):
1. Frankreich in 1:00:19 Stunden, 2. Italien 1:12 zurück, 3. Luxemburg 3:34, 4. Polen 4:01, 5. Slowenien 6:07, 6. Ukraine 7:12

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