American Dreams

Von Touchdowns bis Tränen: Das geschah in der Fußball-WM-Nacht auf Samstag

Die Türken sind raus, die Brasilianer dominieren ihren Gegner spielend und die USA kicken sich souverän in die K.-o.-Phase.

Alex Freeman beim Torschuss im Fußballspiel in Seattle, junge Spielerin zeigt Technik und Zielstrebigkeit

Alex Freeman (16.) beim Torschuss in Seattle Foto: Getty Images via AFP

Tränen: Erstes Spiel verloren, zweites Spiel verloren – und schon raus! Nach dem 0:1 (0:1) im wilden und höchst emotionsgeladenen „Endspiel“ gegen Paraguay hat die Türkei keine Chance mehr auf die K.-o.-Runde – nicht mal mehr Platz drei in der Gruppe D ist noch erreichbar. „Wir sind unheimlich traurig, wir weinen in der Kabine“, sagte Real Madrids Arda Güler. Das letzte Vorrundenspiel gegen die USA, die durch die türkische Niederlage als Gruppensieger feststehen, ist nun sportlich bedeutungslos.

Tor: Es sieht so aus, als habe der FC Bayern auf dem Transfermarkt einen guten Kauf abgewickelt. Ismael Saibari traf für Marokko schon beim Auftaktspiel gegen Brasilien (1:1), diesmal crashte er die schottische Party in Boston. Bereits nach 70 Sekunden erzielte der Offensivmann von der PSV Eindhoven, die angeblich bis zu 55 Millionen Euro Ablöse für den Wechsel erhält, den einzigen Treffer des Spiels. Der Afrikameister (4 Punkte), der zum Abschluss der Gruppe C auf Außenseiter Haiti trifft, ist auf dem besten Weg in die K.-o.-Runde. Auch Schottland (3) hat noch Chancen – Gegner am Donnerstag (0.00 Uhr MESZ) ist Brasilien.

Tanz: Sie trafen, und sie tanzten – dreimal. Gegen Haiti gewann Rekordweltmeister Brasilien locker und lässig 3:0 (3:0) und spielt, realistisch betrachtet, nun im Fernduell mit Marokko um den Sieg in der Gruppe C. Es sei denn, die Seleção verliert gegen Schottland – dann muss Brasilien hoffen, einer der acht besten Gruppendritten zu sein. Erst mal aber sind die Brasilianer nach zwei Treffern von Matheus Cunha (23. und 36.), ehemals für RB Leipzig und Hertha BSC aktiv, und seines jeweiligen Vorlagengebers Vinícius Júnior (45.+3) Tabellenführer (+3 Tore) vor den punktgleichen Marokkanern (+1 Tor). Schlechte Nachricht allerdings: Raphinha scheint sich verletzt zu haben. Dafür steht Neymar vor der Rückkehr.

Touchdown: Endlich kamen Fußball und (American) Football mal zusammen. Völlig losgelöst lief Alex Freeman nach seinem Treffer für die USA gegen Australien (2:0) auf die Eckfahne des Stadions in Seattle zu, ließ sich von seinen Mitspielern feiern – und schloss damit einen Kreis. Fast 30 Jahre zuvor hatte sich sein Vater an nahezu demselben Ort ebenfalls feiern lassen, nach einem Touchdown: Am 29. September 1996 hatte Antonio Freeman als Receiver für die Green Bay Packers gegen die Seattle Seahawks zweimal die Endzone erreicht. Nun erzielte sein 21 Jahre alter Sohn beim umjubelten Sieg der US-Fußballer den zweiten Treffer – und schoss das USMNT damit in die K.-o.-Phase.

Täter: Sie waren alle gewarnt worden, aber einer hatte schon mal nicht richtig hingehört. Bei der WM werden Spieler mit glatt Rot bestraft, wenn sie bei Auseinandersetzungen die Hand vor den Mund halten oder das Trikot davor ziehen. Damit soll verhindert werden, dass diskriminierende oder rassistische Äußerungen ungestraft bleiben. Nun gibt es einen Ersttäter: Miguel Almirón aus Paraguay. Der Mittelfeldspieler hielt sich nach einer hitzigen Szene die Hand vor den Mund, als er in Richtung Mert Müldür einige Worte richtete. Nach Hinweis durch den VAR zog Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador die Rote Karte.

Trip: Die Mutter von Kap Verdes Torwart-Held Vozinha ist in den USA gelandet. Ana Candida Evora reiste am Freitag (Ortszeit) am Flughafen in Miami unter großem Medieninteresse in das Gastgeberland ein und kann damit ihren Sohn bei dessen zweitem WM-Spiel in der Nacht zu Montag (00.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) gegen Uruguay live im Stadion unterstützen. Die Mutter von „Omi“ hatte im Schnellverfahren einen Pass bekommen, den sie zuvor nicht besessen hatte.

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