Sanktionsliste

„Höheres Interesse des Landes“: Frieden verschweigt Details zu Fridman-Affäre

Premierminister Luc Frieden begründet Luxemburgs Einsatz zur Streichung des russischen Oligarchen Michail Fridman von der Sanktionsliste mit „höherem Interesse des Landes“.

Michail Fridman will seine in Luxemburg eingefrorenen Gelder wieder frei nutzen können

Michail Fridman will seine in Luxemburg eingefrorenen Gelder wieder frei nutzen können Foto: Pavel Golovkin/AP Pool/dpa

Die EU hat zwei Oligarchen von ihrer Sanktionsliste gestrichen, darunter auch den russischen Geschäftsmann Michail Fridman. Eine wesentliche Rolle spielte dabei die Luxemburger Regierung, die im „höheren Interesse des Landes“ gehandelt habe, wie Luc Frieden am Donnerstag erklärte. An der Unterstützung für die Ukraine ändere dies nichts, bekräftigte Frieden. Die Ukraine äußerte scharfe Kritik an der Streichung der russischen Geschäftsmänner von der Liste, und nannte die Entscheidung „beschämend und unentschuldbar“.

Fridman hatte Luxemburg wegen des Einfrierens seiner dortigen Vermögenswerte auf Schadenersatz in Höhe von rund 16 Milliarden Euro verklagt. Ob oder inwiefern das Streichen des Geschäftsmannes das derzeit noch laufende Schiedsgerichtverfahren in Hongkong beeinflusst, wollte Frieden am Freitag nicht kommentieren. Stattdessen verwies er darauf, dass vor allem Frankreich und die Slowakei auf eine Änderung der Sanktionsliste drängten. Die Entscheidung soll für drei weitere Jahre gültig sein.

Die nach dem russischen Überfall auf die Ukraine vor mehr als viereinhalb Jahren verhängten Sanktionen müssen einstimmig von den EU-Ländern verlängert werden. Die Sanktionen umfassen das Einfrieren der Vermögen sowie ein Einreise- und Geschäftsverbot. Mehrere EU-Staaten, allen voran Polen und die baltischen Länder, haben sich nachdrücklich gegen die Aufhebung jeglicher Sanktionen ausgesprochen.

4 Kommentare
Jek Hyde 25.09.202609:58 Uhr

De Frieden soll transparent an éierlech sin, soe wat Saach ass a net t'Leit veraschen

Manfred Reinertz Barriera 24.09.202623:11 Uhr

CEO Frieden kann zufrieden sein, denn Herr Fridman hatte nach seinem gewonnenen Prozess vor dem EU-Gerichtshof gute Chancen, das internationale Vergleichsverfahren auch zu gewinnen, und das hätte Luxemburg teuer zu stehen gekommen, gut also, dass die Sanktionen weg sind, alles im Interesse, für den Betroffenen so gut wie auch für Luxemburgs Finanzplatz....

Luxmann 24.09.202622:26 Uhr

Luxemburg kann sich nicht leisten eventuell sehr hohen schadenersatz an Fridman zu zahlen,der sich auf ein fuer ihn positives urteil des EU gerichtshofs basieren kann.
Das permanente gezeter eines Zelenski ist hier vollkommen belanglos.

Guy Mathey 24.09.202619:24 Uhr

Irgendwie belustigend, jedoch zugleich erschreckend: Da knicken demokratische Länder vor den Forderungen russischer Banditen, welche sich in der Folge des Zusammenbruchs der Sowjetunion ihren Reichtum ergaunert haben ein, was gleichzeitig offenbart, dass das ganze Getue um Sanktionen die reiste Farce ist. Andererseits spielt das durch und durch korrupte Selenskiy-Regime sich auf, als wäre seine Meinung in Europa massgebend.

Heini antwortete am 25.09.202608:23 Uhr

Komplett einverstanden, EU-Politiker nur Angsthasen.

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