Polizeistatistik
Schutz älterer Menschen vor Kriminalität: Luxemburger Regierung hinkt Zeitplan hinterher
Ältere Personen in Luxemburg sind besonders häufig Opfer von Einbrüchen. Eine angekündigte Gesetzesanpassung lässt weiter auf sich warten.
Ältere Menschen sehen sich in Luxemburg verschiedenen Formen von Kriminalität ausgesetzt Archivfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Wie viele ältere Menschen wurden 2025 in Luxemburg Opfer von Straftaten und was unternimmt die Regierung dagegen? Das wollten die LSAP-Abgeordneten Claire Delcourt und Mars Di Bartolomeo in einer parlamentarischen Anfrage von Familienminister Max Hahn wissen.
Aus der Antwort geht hervor, dass ein für das vergangene Jahr angekündigter Ausschuss erst im März 2026 eingerichtet wurde. Wann ein Gesetzentwurf zum besseren Schutz von älteren Menschen vor Kriminalität vorgelegt wird, ist daher weiterhin offen.
Wer gilt als „ältere Person“?
In der parlamentarischen Frage werden Straftaten gegen Menschen in den Altersgruppen 55+, 65+ und 75+ ausgewiesen. Das Statec definiert Personen ab 65 Jahren als Gruppe der älteren Menschen. Ihr Anteil an der Luxemburger Bevölkerung beträgt nach aktuellen Zahlen 15,5 Prozent.
Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung werden laut Statistik ältere Menschen in Luxemburg besonders häufig Opfer von Einbrüchen. Bei den 2025 registrierten Einbrüchen in bewohnte Häuser entfielen demnach 804 Opfer auf die Altersgruppe ab 55 Jahren. Damit gehörte mehr als die Hälfte aller Opfer zu älteren Menschen. Auch bei versuchten Einbrüchen ist der Anteil der Personengruppe mit 44,2 Prozent sehr hoch.
4.321 Diebstähle zum Nachteil älterer Menschen
Ein ähnliches Bild zeigt sich der Statistik zufolge bei Betrugsdelikten, Untreue und Identitätsdiebstahl: Ältere Personen waren überdurchschnittlich von Cyberkriminalität (1059; 37,1 Prozent) und sonstigen Betrugsdelikten (1037; 38,5 Prozent) betroffen. Die meisten Opfer registrierte die Polizei jedoch bei Diebstählen mit 4.321 Fällen.
Die Frage danach, wie viele der Täter eigentlich für die Betreuung der Opfer zuständig waren, kann laut Hahn nicht beantwortet werden. Die Datenbank der Polizei lasse keine Rückschlüsse darauf zu, in welchem Verhältnis Täter und Opfer stehen.
Im Sommer des vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass Fälle von Gewalt gegenüber älteren Menschen in Luxemburg im Vergleich zu 2020 zugenommen hatten. Der Familienminister kündigte weitere Schritte zum Schutz älterer Menschen an. Ein interministerieller Ausschuss, der den gesetzlichen Schutz für ältere Menschen vor Kriminalität verbessern soll, hätte bereits 2025 geschaffen werden sollen. Der Ausschuss wurde jedoch erst am am 27. März 2026 offiziell eingerichtet, erklärt der DP-Politiker in seiner Antwort.
Ob in dieser Legislaturperiode noch ein Gesetzentwurf in der Chamber eingebracht wird, sei unklar. „Angesichts der Komplexität der Materie und der damit verbundenen Fragen lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau sagen, wann ein Gesetzentwurf vorgelegt werden kann“, sagt Hahn weiter.