Wiederwahl als Parteipräsident

CSV-Basis verpasst Frieden einen kleinen Denkzettel

Luc Frieden wurde als CSV-Parteipräsident wiedergewählt – allerdings mit einem deutlich schlechteren Ergebnis als bei der letzten Wahl.

39 von 332 Delegierten stimmen gegen Luc Frieden bei Parteipräsident-Wiederwahl in politischer Sitzung

39 von 332 wahlberechtigten Delegierten stimmten gegen Luc Frieden bei seiner Wiederwahl als Parteipräsident Foto: Editpress/Julien Garroy

Eine Desavouierung war es nicht, doch die CSV-Basis verpasste ihrem „onageschränkte Leader“ (Serge Wilmes) am Samstagvormittag auf dem Nationalkongress in Ettelbrück durchaus einen kleinen Denkzettel. Als alleiniger Kandidat für seine Wiederwahl zum Parteipräsidenten erhielt Premier Luc Frieden nur 88,25 Prozent Zustimmung. 39 von 332 wahlberechtigten Delegierten stimmten gegen ihn. Vor zwei Jahren auf dem Kongress in Hesperingen hatte Frieden noch 96,25 Prozent erreicht. Noch schlechter als Frieden schnitt nur Generalsekretär Alex Donnersbach (83,03%) ab. Beide kommen aus dem Zentrumsbezirk.

Die Vizepräsidenten Stéphanie Weydert aus dem Osten und Christian Weis aus dem Süden schnitten mit 92,7 und 95,41 Prozent wesentlich besser ab. Insgesamt bleibt die Parteispitze größtenteils unverändert. Lediglich Françoise Kemp kandidierte nicht mehr: Sie hat vor vier Wochen den Vorsitz des Südbezirks übernommen. Ihr Amt wurde am Samstag nicht neu besetzt, sodass die CSV fortan nur noch einen Generalsekretär hat. Nach der Wahl ernannte Luc Frieden Landwirtschafts- und Sportministerin Martine Hansen noch zur dritten Vizepräsidentin, damit alle Bezirke in der Parteispitze vertreten sind. Auch sie hatte dieses Amt schon in den beiden letzten Jahren bekleidet.

In seiner Abschlussstellungnahme bedankte sich Frieden für den „enorm staarke Vertrauensbeweis“, versprach jedoch zugleich, er werde seine Sache in den nächsten drei Jahren noch besser machen und dafür sorgen, dass die einzelnen Gremien der Partei noch besser zusammenarbeiten. Auch wolle er frühere Parteipräsidenten, etwa den aktuellen Kammerpräsidenten Claude Wiseler, stärker in die Partei einbinden und sich von ihnen beraten lassen, sagte Frieden. Weil 2028 Kammer- und 2029 Gemeinde- und Europawahlen sind, wurde das Mandat der neuen Parteispitze von zwei auf drei Jahre verlängert.

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5 Kommentare
Roude Roby 27.03.202610:58 Uhr

Eine Klatsche wäre angebrachter gewesen.

Otto 26.03.202620:01 Uhr

Vertrauen haben in diesen CSV-Premier,ist Risiko.
Gehört in Waldspaziergänge.

Jek Hyde 23.03.202611:34 Uhr

Ein sehr kleiner und bescheidener Denkzettel. Meiner Meinung nach hätte er viel grösser ausfallen müssen.

Fraulein Smilla 22.03.202609:30 Uhr

Die CSV ist nicht Nord Korea . Dieser kleine " Denkzettel " ist wohl der Haltung der CSV in der Abtreibungsdebatte geschuldet , die gezeigt hat dass die CSV eigentlich fuer nichts mehr steht . Haette die CSV die genderneutralen Toiletten von Meisch und Backes einfach durchgewingt , ware es fuer Frieden noch schlimmer gekommen .

Guy Mathey antwortete am 22.03.202618:21 Uhr

Gerade in der Abtreibungsdebatte hat die CSV gezeigt, dass sie gesellschaftspolitisch doch mittlerweile einige Fortschritte zu verzeichnen hat. Das sehe ich absolut positiv, auch die CSV steht, wie alle anderen demokratischen Parteien Luxemburgs, dazu, das elementare Menschenrecht auf Abtreibung in der Verfassung zu verankern. Dass man durch dieses Statement auf Distanz zu den patriarchalen, zutiefst frauenverachtenden Positionen von Bistum und den fanatischen "Abtreibungsgegner*innen" geht verschafft Klarheit.

Manfred Reinertz Barriera 21.03.202619:56 Uhr

Der CEO sagt: " Er werde seine Sache in den nächsten drei Jahren noch besser machen." Vielleicht reicht es auch, wenn er seine Sache in den nächsten Jahren weniger schlecht machen wird und weniger Waltspaziergänge macht....oder wie die Franzosen sagen weniger "ä côté de la plaque" sein wird......

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