LSAP
Die LSAP-Fraktion reagiert mit gemischten Gefühlen auf Rückzug von Ben Streff
Die LSAP hat am Mittwochabend ihren Neujahrsempfang mit gemischten Gefühlen gefeiert. Tags zuvor hatte der Parteimanager und Bezirkspräsident im Osten, Ben Streff, starke Kritik geäußert.
Fraktionspräsidentin Taina Bofferding gab sich am Mittwochabend kämpferisch vor der Parteibasis Editpress/Claude Lenert Editpress/Claude Lenert
Wie reagiert die LSAP auf den angekündigten Rückzug ihres Parteimanagers und Bezirkspräsidenten im Osten Ben Streff? Das war die große Frage, die sich am Mittwochabend auf dem Neujahrsempfang der LSAP stellte. Die Antwort lieferte Fraktionspräsidentin Taina Bofferding: betont gelassen mit einer klaren Idee ihrer Oppositionspolitik. „Man kann es nicht jedem recht machen. Für die einen meckern wir zu viel, für die anderen schießen wir nicht scharf genug“, antwortete Taina Bofferding am Mittwochabend auf die Kritik von Ben Streff. Dieser hatte gegenüber dem Tageblatt ein Desinteresse der Fraktion an der Parteiarbeit beklagt und eine schärfere, klarere Oppositionslinie von der LSAP-Fraktionsspitze gefordert.
In einem Punkt ging Bofferding jedoch auf Streff zu. „Wir müssen noch mehr ‚um Terrain‘ aktiv sein, das ist richtig“, meinte Bofferding. „Wir sprechen uns demnächst in der Fraktion ab, wer welche Termine innerhalb der Partei wahrnehmen wird.“ Besonders die Präsenz ehemaliger LSAP-Minister sei gefragt. Man müsse jedoch auch anerkennen, dass die LSAP einen langen Weg hinter sich habe und mit einer Bildungs- und einer Logement-Kampagne Druck mache. Eine interne Krise erkenne Bofferding deswegen nicht. Im Gegenteil. „Wir haben viele junge Leute mit guten Ideen, auf die wir setzen können.“
Berechtigte Kritik oder Eigentor?
Die Reaktion unter den Abgeordneten an sich waren gemischt. Während einige darauf verwiesen, dass man sich die Kritik seitens Streff zu Herzen nehmen solle und abseits persönlicher Gefühle analysieren und diskutieren müsste, waren andere der Meinung, dass der Bezirkspräsident der Partei mit diesem „Eigentor“ einen Bärendienst erwiesen habe.
Streffs Bezirkskollegin und Partei-Grande Paulette Lenert wirkte am Mittwochabend leicht irritiert, blickte aber zuversichtlich nach vorne. Beim kommenden Bezirkskongress wolle sie einem jungen Politiker aus der Partei den Vortritt bei der Wahl des Präsidentschaftsposten lassen und sich nur als Vize aufstellen. „Falls sich keiner findet, werde ich mich jedoch der Wahl zur Präsidentin des Bezirkes stellen.“