Sparta Bartringen

Ein Trio und der lange Weg zum ersten Titel

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei: 2023 und 2025 verließ die Sparta die Arena der Coque als Verlierer. Am Samstag war es nun endlich so weit – Bridget Yoerger, Lena Mersch und Nicole Torresani durften nach jahrelangem Warten endlich den ersten Titel mit dem Team feiern.

Bridget Yoerger beim überraschenden Comeback mit entschlossenem Blick und sportlicher Haltung

Mit ihrem Comeback, von dem nicht einmal ihre Mutter wusste, bewies Bridget Yoerger den richtigen Riecher Foto: Editpress/Gerry Schmit

Vom Play-down zum Pokalsieger: Die Sparta Bartringen hat unter Trainer Mike Feyder eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Einen großen Anteil daran haben auch Lena Mersch, Nicole Torresani und Bridget Yoerger, die alle in der Saison 2022/23 zum Team stießen und den langen Weg zum ersten Titel miterlebt haben.

Danke für die Zeit, Arbeit und Energie, die sie in dieses Damenteam investiert haben

Bridget Yoerger

an den Bartringer Trainerstab

Die Erleichterung und Freude im Bartringer Lager waren nach Spielschluss entsprechend groß: „Endlich haben wir diese Goldmedaille! Nach vier Jahren harter Arbeit hat das Warten ein Ende – wir haben es endlich geschafft“, strahlte Nicole Torresani. Die Niederlagen von 2023 und 2025 waren am Samstag kein Thema für sie: „Jedes Finale ist ein neues Spiel, das wieder bei null beginnt. Wir haben eine Gewinnermentalität.“

37 Jahre musste die Sparta Bartringen seit dem letzten Pokalgewinn warten. Noch vor fünf Jahren belegte das Team den neunten Platz in der Meisterschaft. Ab diesem Zeitpunkt ging es jedoch steil bergauf – und am Samstag konnte man sich endlich für die harte Arbeit belohnen.

„Der Wille war einfach riesig, diesen Pokal endlich mit nach Bartringen zu nehmen. Nach Spielschluss dauert es ein wenig, bis man das Ganze realisiert. Wir waren einfach nur happy. Besonders wenn man noch keinen Titel gewonnen hat, wie das bei uns der Fall ist, bekommt das noch eine ganz andere Bedeutung. Es braucht einfach ein wenig Zeit, bis man das wirklich realisiert hat“, so Lena Mersch.

Mit einem Titel in die USA

Auch wenn die Sparta in der Meisterschaft zwei klare Niederlagen gegen Düdelingen einstecken musste und als Underdog in die Partie startete, war das Selbstvertrauen laut Lena Mersch vorhanden: „Wir kennen unsere Stärken und wussten, dass ein Sieg möglich ist.“

In der Anfangsphase wurde Düdelingen seiner Favoritenrolle gerecht und dominierte das Geschehen. Mersch räumt ein, dass eine gewisse Nervosität vorhanden war – schließlich spiele man nicht jeden Tag vor solch einer Kulisse. „Doch irgendwann fielen die Würfe, wir agierten als Team und zeigten bis zum Schluss Kampfgeist.“ Für sie war auch die Bank ein entscheidender Faktor: „Wir können durchwechseln und die Energie bleibt erhalten. Jede einzelne Spielerin hat ihre Stärken – das kam am Ende zum Tragen und bescherte uns den Sieg.“

Bevor es Nicole Torresani in der kommenden Saison in die USA zieht, um Sport und Studium an der Virginia Commonwealth University (VCU) zu kombinieren, konnte das Bartringer Eigengewächs noch einmal mit ihrem Verein feiern. „Es war mein Ziel, einen Titel zu gewinnen, bevor ich in die USA gehe – entweder mit den Damen oder den Cadettes. Jetzt hat es funktioniert, und ich bin überglücklich.“

Dabei gab es für die 18-Jährige gleich doppelten Grund zur Freude: Sie wurde mit dem „MVP Next Gen Award“ als bestes Nachwuchstalent ausgezeichnet. „Ich bin sehr froh und auch sehr stolz. Mir fehlen die Worte.“

Lena Mersch in Sparta-Damen-Trikot während der Saison 2022/23 im Handballspiel

Lena Mersch stieß in der Saison 2022/23 zu den Sparta-Damen Foto: Editpress/Gerry Schmit

Überraschender Videoanruf

Mit dem gewonnenen Titel hat die Sparta neues Selbstvertrauen getankt. „Jetzt wollen wir auch den Meistertitel“, fügte Lena Mersch mit einem Lachen hinzu.

In der entscheidenden Meisterschaftsphase wird auch Bridget Yoerger dabei sein, die mit ihrem Comeback vor drei Wochen den richtigen Riecher bewiesen hat und nun doch noch ihren ersten Titel in Luxemburg feiern darf. „Zurückzukommen war leicht, da ich in den letzten vier Jahren mit Lena, Mia (Hagen) und Nicole zusammenspielte oder Jenna (Wolf) schon von meiner Zeit bei den Pikes kannte. Das gesamte Team, angefangen bei Coach Mike, hat mich unglaublich unterstützt.“

Ihren Kampfgeist hat Yoerger keinesfalls verloren, wie sie am Samstag eindrucksvoll bewies. Am Ende stand die Rückkehrerin 38 Minuten auf dem Parkett – womit sie kaum gerechnet hatte. Auf die Frage, was dieser erste Titel in Luxemburg für sie bedeute, antwortete sie lachend: „Nach der Saison kann ich dann endlich ohne Reue zurücktreten.“ Eine Anspielung auf die vielen Comebacks, die sie inzwischen gegeben hat.

In ihrem bisher größten Moment ihrer Karriere in Luxemburg, die 2011 beim Racing begann, denkt Yoerger vor allem an den Trainerstab um Mike Feyder: „Danke für die Zeit, Arbeit und Energie, die sie in dieses Damenteam investiert haben. Das ist nicht selbstverständlich, und nach zwei Pokal- und Meisterschaftsfinals wird dies endlich mit einem Titel belohnt.“

Eine Überraschung gab es am Samstag dann auch noch, denn ihrer Mutter hatte Yoerger noch gar nichts von ihrem Comeback erzählt. „Sie hätte wohl nur den Kopf geschüttelt“, sagte sie lachend. Einen Videoanruf gab es dann auch sofort von der Coque aus, mit Medaille und Pokal in den Händen.

Nicole Torresani (2.v.r.) feiert mit ihrem Team vor der USA-Reise im Sommer einen wichtigen Titelgewinn

Bevor es im Sommer in die USA geht, durfte Nicole Torresani (2.v.r.) doch noch einen Titel mit ihrem Team feiern Foto: Editpress/Gerry Schmit

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