Cyclocross-Landesmeisterschaft

Rennen der Damen: Schreiber, wer sonst?

Seit ihrem ersten Landesmeister-Titel bei den Juniorinnen im Jahr 2020 ist Marie Schreiber (SD Worx-Protime) beim nationalen Cyclocross-Saisonhöhepunkt ungeschlagen. Daran dürfte sich auch am Sonntag in Diekirch nichts ändern. In ihrem vierten und letzten Jahr in der Altersklasse der Espoirs geht Liv Wenzel (Sebmotobikes CX Team) ebenfalls als Topfavoritin auf ihre eigene Nachfolge an den Start.

Marie Schreiber, Favoritin auf den Landesmeistertitel Damen, konzentriert im Wettkampf mit sportlicher Kleidung

Marie Schreiber ist die große Favoritin auf den Landesmeistertitel bei den Damen Foto: Editpress/Gerry Schmit

Um 14.00 Uhr beginnt das Meisterschafts-Rennen der Damen, in dem Marie Schreiber, Nina Berton (EF Education-Easypost-Oatley) und Maïté Barthels (CT Atertdaul) die Podestplätze unter sich ausmachen werden. Von der Papierform her müsste das Trio, nach einer rund 50-minütigen Fahrzeit, das Ziel auch in dieser Reihenfolge erreichen. Wie bei ihren drei Elite-Titeln zuvor geht die Serienmeisterin als haushohe Favoritin an den Start. Trotz ihres aufgrund von gesundheitlichen Problemen schwierigen Saisonbeginns, den sie mehrfach verschieben musste, wird kein Weg an der Schreiber vorbeiführen. Nachdem die U23-Vizeweltmeisterin des vergangenen Jahres auch ihre Probleme am Hüftbeugemuskel in den Griff bekommen hat, ist der Fokus jetzt auf die WM gerichtet, die am 31. Januar im niederländischen Hulst gefahren wird, auf der Strecke, auf der die Luxemburgerin vor etwas mehr als einem Jahr ihren ersten Weltcup-Erfolg bei der Elite feiern konnte.

Zunächst steht die jährliche Pflichtaufgabe „Meisterschaft“ an. „Ich denke nicht, dass Nina (Berton) das Tempo von Marie lange halten kann. Die Abstände werden schnell anwachsen“, so die Einschätzung von Schreibers Trainers Misch Wolter, der ihren 21. Platz beim Weltcup letzten Sonntag in Zonhoven (B) ins rechte Licht rückt. „Sie ist aus der dritten Reihe gestartet und hatte keinen guten Start erwischt. Auf der gefrorenen Strecke, wo es nur eine optimale Spur gab, war es schwierig, sich von Position 30 nach vorne zu arbeiten. In ihren bisherigen Rennen ist es mal besser und mal weniger gut gelaufen. Grundsätzlich geht es bergauf und ihre Form stimmt. Um ein Top-Resultat zu erzielen, muss halt alles zusammenpassen.“

Berton will Schreiber „zumindest ein wenig fordern“

Dies war am 30. Dezember beim Superprestige in Diegem (B) der Fall, wo Schreiber den Sieg hinter der Niederländerin Puck Pieterse nur um zwölf Sekunden verpasst hatte.

Nach der Meisterschaft steht für Schreiber, die ihren Kontrakt bei SD Worx-Protime um drei Jahre verlängert hat, der WM-Feinschliff an. „Sie wird zwei Wochen mit ihrer Mannschaft in Spanien trainieren. Mitte des Lehrgangs fährt sie das Weltcup-Rennen in Benidorm (SP). Am Wochenende vor der WM finden dann die beiden letzten Weltcup-Läufe in Maasmeechelen (B) und in Hoogerheide (NL) statt. Für Marie glit es jetzt, in den nächsten drei Wochen gut zu trainieren“, so ihr Trainer mit vorsichtigem Optimismus.

Trotz ihres zweiten Platzes beim Neujahrsrennen in Petingen und ihres Sieges bei der Generalprobe auf dem Hesperinger „Holleschbierg“ weiß Nina Berton, dass am Sonntag eigentlich nur Schreiber für den Sieg infrage kommt. „Natürlich werden wir versuchen, Marie zumindest ein wenig zu fordern. Sie zählt im Cyclocross zur Weltklasse und ist jedes Wochenende auf allerhöchstem Niveau unterwegs. Obwohl es ihr Rennen werden wird, hoffen wir darauf, etwas Spannung reinzubringen“, freut sich die Straßen-Spezialistin, die der Fahrt auf der neuen Strecke mit gemischten Gefühlen entgegenblickt. „Der Parcours ist anspruchsvoll und beinhaltet neben Laufpassagen auch einige Schräghänge. Wenn der Schnee schmilzt, dürfte es ein ganz spezielles Rennen werden. Mir geht es einfach darum, das Bestmögliche herauszuholen“, so Berton, die gleich am Montag für einen dreiwöchigen Lehrgang nach Girona (SP) fliegt. „Danach dauert es nicht mehr lange, bis mit der ‚Setmana de la Comunitat Valenciana, das erste Rennen ansteht.“

Wenzel stürzt in Zonhoven spektakulär

Eine Minute nach der Elite werden Liv Wenzel und Layla Barthel (CT Atertdaul) auf die Strecke geschickt, um den U23-Titel unter sich auszumachen. Für Wenzel, die gestern ihren 22. Geburtstag gefeiert hat, verliefen die letzten Wochen fast optimal. Nach einer Reihe von guten Vorstellungen im Ausland leistete sich die dreifache Espoirs-Meisterin den Luxus, die gesamte Konkurrenz beim Neujahrs-Cyclocross von Petingen hinter sich zu lassen. Komplett daneben ging jedoch der letzte Formtest am Sonntag in Zonhoven. Zu Beginn des Rennens verlor Wenzel die Kontrolle in einer steilen Abfahrt, inmitten eines ganzen Pulks von Konkurrentinnen. Sie stürzte spektakulär kopfüber, ausgerechnet über ihre Landsfrau Maïté Barthels, und musste dadurch vorzeitig aussteigen. Sollte Wenzel, die in Petingen bekannt gab, vor Kurzem einen Kontrakt beim österreichischen Kontinentalteam Tirol KTM unterschrieben zu haben, sich weitestgehend von diesem Missgeschick erholt haben, wird ihr der vierte U23-Titel nicht zu nehmen sein.

Im Rennen der Juniorinnen geht June Nothum (UC Dippach), die Gewinnerin des Skoda Cross Cup, um 14.02 Uhr mit leichten Vorteilen gegenüber Elena Lopes vom Cycling Team Atertdaul an den Start. Das Gleiche gilt für Sarah Koenig (CT Atertdaul), die Chiara Christen (UC Dippach) bei den Débutantes (12.01 Uhr) in Schach halten will. Einzige Starterin bei den Masters (14.03 Uhr) ist Suzie Godart vom Differdinger Radsportverein.

Im Überblick

Cyclocross-Landesmeisterschaft 2026 in Diekirch:
Am Sonntag:
11.00 Uhr: Masters
12.00 Uhr: Débutants
12.01 Uhr: Débutantes
13.00 Uhr: Junioren
14.00 Uhr: Elite-Damen
14.01 Uhr: Espoirs-Damen
14.02 Uhr: Juniorinnen
14.03 Uhr: Masters-Damen
15.15 Uhr: Elite-Herren
15.16 Uhr: Espoirs-Herren

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