Tageblatt-WM-Ticker

Neue WM-Regel: Warum die Türkei und Haiti schon raus sind

Nicht nur Tore, Tabellen und Taktik: In unserem WM-Ticker sammeln wir auch die Geschichten, die abseits des Rasens passieren. Von feiernden Fans über kuriose Fundstücke bis zu Bierpreisen, die fast so viel Diskussionen auslösen wie ein Elfmeter in der Nachspielzeit.

Für die Türken war es ein kurzes Turnier

Für die Türken war es ein kurzes Turnier Eakin Howard/AP/dpa

Unser WM-Ticker schaut dorthin, wo der Spielbericht meistens aufhört. Hier geht es um die kleinen Geschichten am Rand des Turniers: kuriose Fan-Momente, absurde Szenen, teure Bierpreise, schräge Trends und alles, was abseits des Rasens Gesprächsstoff liefert. Kurz, unterhaltsam und mit einem Blick für das Unerwartete.

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Nicht nur Tore, Tabellen und Taktik: In unserem WM-Blog sammeln wir auch die Geschichten, die abseits des Rasens passieren. Von feiernden Fans über kuriose Fundstücke bis zu Bierpreisen, die fast so viel Diskussionen auslösen wie ein Elfmeter in der Nachspielzeit.
  • 16:19 Uhr 20.06.2026

    Neue WM-Regel: Warum die Türkei und Haiti schon raus sind

    Die Türkei und Haiti sind schon raus. Anders als bei zurückliegenden WM-Turnieren ist die Tordifferenz nicht mehr so wichtig bei Punktgleichheit wie der direkte Vergleich.
    Der türkische Starspieler Arda Güler war untröstlich: „Wir sind richtig, richtig traurig“, sagte er, als er nach null Punkten und null Toren aus den ersten zwei Spielen schon das WM-Aus seines Teams kommentieren musste. Zwar können die Türken theoretisch noch nach Punkten mit einem Gruppenkontrahenten gleichziehen. Aber trotzdem stehen sie selbst bei einem hohen Sieg zum Vorrunden-Abschluss gegen die USA als Gruppenletzter fest. Verantwortlich dafür ist eine neue Regelung bei dieser WM: Anders als bei der WM in Katar 2022 zählt bei Punktgleichheit zuerst der direkte Vergleich und dann erst die Tordifferenz. Und die beiden betroffenen direkten Vergleiche hat die Türkei verloren.

  • 13:24 Uhr 20.06.2026

    Neue Regel greift: Rot für Almiron nach Zuhalten des Mundes

    Aussetzer mit Folgen: Paraguays Miguel Almiron hat sich bei der Fußball-WM bei einer Auseinandersetzung mit Mert Müldür aus der Türkei den Mund zugehalten und dafür die Rote Karte gesehen. Die neue Regel, die das International Football Association Board (IFAB) im April für die Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada beschlossen hatte, griff damit am Freitagabend (Ortszeit) in Santa Clara erstmals: Ein solches Vergehen soll fortan immer mit einem Platzverweis bestraft werden.
    Für diese Art der Bestrafung hatte sich FIFA-Präsident Gianni Infantino im Frühjahr höchstpersönlich eingesetzt. Auslöser für die Einführung der neuen Regel war die Aufregung um Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon, der Vinicius Junior von Real Madrid im Playoff-Duell der Champions League rassistisch beleidigt haben soll und sich dabei das Trikot vor den Mund gezogen hatte.

  • 12:54 Uhr 20.06.2026

    Liebe für Schottland geht weiter

    Der Schottland-Hype in Boston hat Folgen. Politiker vertiefen die Beziehungen, WM-Fans dichten eine Fußball-Hymne um. Die Bürgermeisterin fleht: „Wir wollen, dass ihr wieder kommt.“
    Die neue Liebesbeziehung zwischen Boston und Schottland soll nicht mit der Fußball-WM enden. Die Hauptstadt des US-Bundesstaates Massachusetts, die in den vergangenen Tagen von Zehntausenden schottischen Fans in Beschlag genommen wurde, und Glasgow wollen ab dem kommenden Jahr offiziell eine Städtepartnerschaft eingehen.
    Im April soll die Partnerschaft beim traditionellen Tartan Day in den USA besiegelt werden. Der Tartan Day würdigt die historischen Beiträge und das kulturelle Erbe der schottisch-stämmigen Amerikaner. Die Fans der „Bravehearts“ nennen sich selbst Tartan Army. „Bereits heute werden wir eine Absichtserklärung für eine Städtepartnerschaft unterzeichnen und damit den offiziellen Prozess zwischen unseren beiden Städten anstoßen“, sagte Bostons Bürgermeisterin Michelle Wu. Als die Politikerin das Papier unterschrieb, sangen anwesende schottische Fans in Anlehnung an ihre inoffizielle Fußball-Hymne: „No Wu, no Party“. Weil Schottland zwei Vorrundenspiele in Boston austrägt, sollen inzwischen rund 50.000 Fans aus der Heimat über den Atlantik geflogen sein.
     
  • 13:08 Uhr 19.06.2026

    Debatte nach Koné-Foul

    Das Foul am Kanadier Ismael Koné beim 6:0-Sieg gegen Katar hat eine Diskussion über die Schiedsrichterlinie bei der Fußball-WM entfacht. „Man muss den Spielern Grenzen setzen. Es ist nicht immer Absicht. Es ist meistens Fahrlässigkeit. Aber man muss manchmal eben präventiv agieren. Hier waren die FIFA und Pierluigi Collina zu nachsichtig“, sagte Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe der „Bild“ in Richtung des Chefs der Schiedsrichterkommission. 

    Seit Collinas Amtsantritt 2017 habe es bei Weltmeisterschaften nur wenige Rote Karten gegeben, sagte Gräfe und verwies auf einige Platzverweise nach Notbremsen und Handspielen sowie einen nach einer Tätlichkeit, aber keinen für ein brutales oder ernsthaftes Foulspiel. Daraus ergebe sich Handlungsbedarf. Ein großzügigerer Umgang im Sinne des Spielflusses sei grundsätzlich richtig, „aber was sein muss, muss sein“, betonte der 52-Jährige.

  • 12:20 Uhr 19.06.2026

    Vorwurf der Vergewaltigung: Hakimi muss vor Gericht

    Der marokkanische Außenverteidiger Achraf Hakimi muss sich in seiner Wahlheimat Frankreich wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Dies gab das Berufungsgericht Versailles am Freitag in einer Erklärung bekannt, Hakimi müsse vor dem Strafgericht des Départements Hauts-de-Seine erscheinen. Einen exakten Termin gibt es noch nicht.


    Der 27 Jahre alte frühere Profi von Borussia Dortmund, derzeit bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada aktiv, hatte die Vorwürfe stets bestritten. Er sei das Opfer einer Verleumdung. Bei einer Anhörung im Mai hatte er beantragt, dass das Verfahren eingestellt würde.

    „Die Justiz hat mir in die Augen gesehen und zu mir gesagt: ‚Wenn Sie nicht bekannt wären, hätte es nie einen Fall gegeben.‘ Ich habe mich jahrelang entschieden, zu schweigen. Ich dachte, dass es richtig wäre, würdevoll zu bleiben, geduldig zu sein und der Justiz zu vertrauen, damit die richtigen Entscheidungen getroffen werden“, schrieb Hakimi, beim Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain unter Vertrag, bei X: „Heute wird eine Geschichte erzählt, die nicht meine ist, auf Kosten meiner Familie, meines Lebens und vor allem der Wahrheit. Manchmal habe ich das Gefühl, zu einem leichten Ziel geworden zu sein. Ich warte auf diesen Prozess seit dem ersten Tag. Und inzwischen erwarte ich ihn sehnsüchtig. Endlich werde ich sprechen können.“


    Eine damals 24-Jährige hatte im Februar 2023 bei der Polizei ausgesagt, sie sei von Hakimi vergewaltigt worden. Sie erstattete zunächst keine Anzeige. Hakimis Rechtsbeistand wirft der Frau vor, die Ermittlungen zu behindern und sich medizinischen Untersuchungen verweigert zu haben.

  • 11:59 Uhr 19.06.2026

    Wenn Brüder bei der WM zu Gegnern werden

    Als Giovane Elber noch Fußball-Experte im deutschen Fernsehen war, kommentierte er das Thema mit der ihm eigenen Süffisanz. Was er davon halte, wenn bei der WM zwei Brüder für verschiedene Nationen auflaufen und dann gegeneinander spielen, wurde Elber gefragt. Es sei immer gut, „wenn ein Vater mehrere Söhne hat“, ließ der Brasilianer anlässlich des Duells der Boateng-Brüder bei der WM 2014 wissen.

    Für die Betroffenen ist das nicht immer so simpel, wie das Beispiel von Jérôme und Kevin-Prince Boateng zeigt. Bei gleich zwei Weltmeisterschaften kam es zu dem Duell der in Berlin aufgewachsenen Halbbrüder. Während sich Kevin-Prince für die ghanaische Heimat seines Vaters entschied, bekannte sich Jérôme zu den Wurzeln seiner Jugend – und wurde in Brasilien mit der DFB-Elf Weltmeister.

     

  • 11:09 Uhr 19.06.2026

    Kopf des Tages: Tyler Bindon

    Der erste WM-Sieg der Historie steht noch aus, doch ein besonderes Kapitel in der Fußball-Geschichte haben die Neuseeländer schon jetzt in den USA geschrieben. Denn als Tyler Bindon (21) im Gruppenspiel gegen den Iran eingewechselt wurde (2:2), war das erste Mutter-Sohn-Duo bei Weltmeisterschaften perfekt. Seine Mutter Jenny Bindon spielte 2007 in China und 2011 bei der Endrunde in Deutschland als Torhüterin für Neuseeland.

  • 11:07 Uhr 19.06.2026

    Falschmeldung über Messis Vater: Sprecherin entschuldigt sich

    Moderatorin Florencia Pena hat nach dem Verkünden der Falschmeldung vom Tode des Vaters von Lionel Messi einen Fehler eingeräumt und um Verzeihung gebeten. Sie hatte am Donnerstag in ihrer Livesendung „El show del verano“ den Tod von Jorge Messi verkündet. Die Familie Messi hatte daraufhin in einem Statement ihre „tiefe Bestürzung über den Mangel an Sensibilität, Respekt und Anstand, mit dem einige Menschen eine strikt private Familienangelegenheit behandeln“ zum Ausdruck gebracht.
    Der 68 Jahre alte Jorge Messi erhole sich derzeit von einem nicht näher definierten „gesundheitlichen Problem“.

  • 10:21 Uhr 19.06.2026

    Illegaler Ketchup und ein überdimensionales Logo

    Ralf Rangnick zeigte sich von einem kleinen PR-Coup bestens amüsiert, Jamal Musiala wird dagegen die nächsten Wochen wohl immer eine Rolle Klebeband dabeihaben müssen. Weil die Kopfhörer des Bayern-Stars nicht von einem WM-Sponsor hergestellt werden, musste er das gut sichtbare Logo mit Tape abdecken. Die Eifrigkeit, mit der der Weltverband FIFA bei der Fußball-WM die Exklusivität seiner Sponsoren schützt, sorgt nicht nur für Verwunderung – unter andrem auch bei Ketchupflaschen. Sie stachelt Unternehmen, die nicht zu den offiziellen Geldgebern gehören, zu witzigen Aktionen an.

    Die Folgen der skurrilen FIFA-Werberegeln

  • 07:58 Uhr 19.06.2026

    Schockmoment für Kanada: Koné offenbar schwer verletzt

    Während des zweiten WM-Spiels des Co-Gastgebers gegen Katar ist es nach der Halbzeitpause zu einem schwerwiegenden Zwischenfall gekommen. Nach einem schweren Foul muss die Mannschaft von Trainer Jesse Marsch um Ismael Koné bangen. Der Mittelfeldspieler verletzte sich nach einem heftigen Einsteigen von Assim Madibo augenscheinlich schwer.
    Beim Stand von 3:0 ging Koné in der 51. Minute zu Boden, der Unterschenkel des 24-Jährigen wies danach eine deutliche Fehlstellung auf, über die Außenmikrofone waren von Spielern die Worte "sein Bein ist gebrochen" zu hören. Koné selbst hielt sich beim Anblick seines linken Beines fassungslos die Hand vor den Mund, seine Mitspieler schirmten ihn ab. Madibo, dem der Schreck anzusehen war, musste mit Rot vom Platz.
  • 07:56 Uhr 19.06.2026

    Social-Media-Star Payne wechselt nach Paraguay

     
    Neuseelands neuer Social-Media-Star Tim Payne wird nach der WM seine Heimat verlassen und sich dem paraguayischen Fußball-Erstligisten Club Olimpia anschließen. Sein aktueller Verein, Wellington Phoenix, bestätigte den Wechsel des 32-Jährigen zum 48-fachen Meister gegen eine nicht genannte Ablösesumme.
    Payne war vor der WM durch die prominente Werbung des argentinischen Influencers Valen Scarsini, auch bekannt unter dem Namen "El Scarso", als "unbekanntester" Spieler des Turniers unverhofft berühmt geworden. Die Followerzahl des Abwehrspielers stieg innerhalb einer Woche von gerade einmal 4.000 auf über fünf Millionen und liegt derzeit bei knapp sechs Millionen.
  • 07:55 Uhr 19.06.2026

    Mama kommt - und Torwart Vozinha ist happy

    "Für mich ist das sehr wichtig, weil meine ganze Familie mich immer in allem unterstützt", sagte der neue Volksheld von Kap Verde am Donnerstag im Trainingszentrum in Tampa/Florida. Seine Mutter Ana Candida Evora soll beim zweiten Gruppenspiel gegen Uruguay in der Nacht zu Montag in Miami (00.00 Uhr MESZ) vor Ort im Stadion sein. "Das ist für mich etwas Besonderes", sagte Vozinha, dessen Mutter den sensationellen Auftritt ihres Sohnes zum WM-Auftakt gegen Spanien (0:0) verpasst hatte. Die Tränen des 40-Jährigen nach dem Spiel hatten die Welt gerührt, über Nacht stieg er selber zum Star auf - mit mittlerweile fast 14 Millionen Followern bei Instagram.

  • 07:54 Uhr 19.06.2026

    Reiserestriktionen: Iran will Beschwerde bei FIFA einreichen

    Der iranische Fußballverband will angesichts der Reiserestriktionen während der Fußball-WM eine Beschwerde bei der FIFA einreichen. Wie der Verband mitteilte, sei ein Antrag auf eine Einreise in die USA zwei Tage vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Belgien am Sonntag (21.00 Uhr MESZ) abgelehnt worden. Demnach darf das "Team Melli" erst am Samstag zum Spielort nach Los Angeles aufbrechen.
    Gemäß dem Programm des Trainerstabs müsste die Mannschaft jedoch "zwei Tage vor jedem Spiel in der jeweiligen Gastgeberstadt eintreffen und am Tag nach dem Spiel zum Basislager zurückkehren, um eine optimale technische und körperliche Vorbereitung zu gewährleisten", heißt es in einer Mitteilung. Vor allem angesichts der frühen Anstoßzeit (12.00 Uhr Ortszeit) sei es das Ziel gewesen, den Spielern genügend Zeit zu geben, sich an die Spielbedingungen anzupassen.
    Der iranische Verband ist der Ansicht, "dass solche Einschränkungen nicht mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung aller teilnehmenden Mannschaften vereinbar sind und sich negativ auf die Vorbereitung der Mannschaften auswirken könnten." Der Verband werde daher "seine Unzufriedenheit offiziell zum Ausdruck bringen und über die entsprechenden Kanäle eine formelle Beschwerde bei der FIFA einreichen."
    Die Iraner hatten ihr Teamquartier kurzfristig wechseln müssen und trainieren im mexikanischen Tijuana. Nach dem Auftaktspiel gegen Neuseeland (2:2) musste die Mannschaft von Trainer Amir Ghalenoei den Spielort Los Angeles noch am Spieltag wieder verlassen, was bei den Iranern zu großem Unmut geführt hatte. Zudem fehlen 15 Personen aus dem Staff, denen kein Visum für die USA erteilt wurde.
  • 13:25 Uhr 18.06.2026

    Nach Manipulationsvorwurf: Elfenbeinküste gegen Deutschland ohne Wahi

    Harter Schlag: Die Fußball-Nationalmannschaft der Elfenbeinküste muss im WM-Vorrundenspiel gegen Deutschland am Samstag (22.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) in Toronto ohne Elye Wahi antreten. Nach Verbandsangaben wurde dem Frankfurter Bundesligaprofi, der an OGC Nizza ausgeliehen ist, von den kanadischen Behörden die Einreise verweigert.

    In Frankreich läuft gegen Wahi (23) laut The Athletic ein Ermittlungsverfahren „wegen des Verdachts auf organisierten Betrug, organisierte Korruption im Sport, Hehlerei und Geldwäsche“. Es geht um Auffälligkeiten rund um das Ligue-1-Spiel zwischen Nizza und dem FC Metz (0:0) am 17. Mai.
    Wahi soll sich dabei absichtlich eine Gelbe Karte abgeholt haben, der Ligaverband LFP stellte auffälliges Wettverhalten für den Fall seiner Verwarnung fest. Rund zwei Wochen vor WM-Beginn soll der Stürmer sogar vorübergehend festgenommen worden sein.

    Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Marseille bestätigte die vorübergehende Festnahme eines 23 Jahre alten Fußballers, „der in der französischen Ligue 1 spielt“, nannte den Namen aber nicht. Es sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Anklage wurde noch nicht erhoben, darauf verweist auch der ivorische Fußball-Verband FIF.
  • 11:18 Uhr 18.06.2026

    Das Zitat des Tages

    "Sie waren doch beim Spiel, oder? Wenn Sie beim Spiel waren, dann haben Sie, glaube ich, die Antwort auf Ihre Fragen gesehen. Und ich denke, Sie könnten mir bessere Fragen stellen. Danke."

    Ghanas Nationaltrainer Carlos Queiroz auf die Frage, wie das Fehlen von Mittelfeld-Star Thomas Partey seine Taktik beeinflusst hatte

  • 11:17 Uhr 18.06.2026

    Der Überblick der WM-Nacht

    LAST MINUTE: 19 Grad in Toronto, Regen - und dann trotzdem zweimal drei Minuten Pause zum Abkühlen: Dem Publikum in Toronto missfiel die Anordnung der FIFA hörbar - es buhte. So richtig in Wallung gerieten die Fans aber erst in der fünften Minute der Nachspielzeit der bis dahin eher faden Begegnung zwischen Ghana und Panama: Caleb Yirenkyi vom dänischen Superliga-Klub FC Nordsjaelland traf für Ghana zum Endstand von 1:0 (0:0). Kurz vor dem Abpfiff dann nochmal Aufregung und massive Rudelbildung vor dem Tor der Ghanaer. Schiedsrichter Glenn Nyberg blieb skandinavisch gelassen - nur Carlos Harvey aus Panama sah nach dem rüden Geschubse Gelb.

    LAST MATCH: Letztes Spiel des ersten Spieltags, das 24. von 104 Spielen bei dieser Monster-WM. Und endlich der Einstand von Neuling Usbekistan. Die Mannschaft von Trainer Fabio Cannavaro, 2006 in Deutschland Weltmeister mit den Italienern, hielt sich wacker, der 22 Jahre alte Abbosbek Fajsullajew traf sogar zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Aber Kolumbien hat ja Luis Díaz: Der Angreifer des FC Bayern erzielte beim 3:1 (1:0) gegen die "Weißen Wölfe" das vorentscheidende Tor zum 2:1.

    LATEST NEWS: Eine späte, aber gute Nachricht für Kanada. Im zweiten WM-Gruppenspiel in der deutschen Nacht zum Freitag deutscher Zeit ((0.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) gegen Katar wird Alphonso Davies wieder im Kader stehen - wenigstens das. Der Abwehrspieler des FC Bayern sei "wieder verfügbar, er ist bereit", sagte Nationaltrainer Jesse Marsch. Von Beginn an spielen ist freilich nicht drin: "Wir werden sehen, wie das Spiel läuft", erklärte Marsch, "und dann entscheiden, wie wir ihn einsetzen."

    LASST DAS!: Thomas Tuchel war not amused. Und das machte er nach dem amüsanten 4:2 (2:2) der Engländer gegen Kroatien auch sehr deutlich: "Ich bitte die FIFA inständig, die Position der Fotografen während der Nationalhymne zu ändern", sagte der deutsche Trainer der Three Lions, der sich bei seiner WM-Premiere um einen denkwürdigen Augenblick gebracht fühlte: "Es war heute ein ganz, ganz besonderer Moment. Aber ich stand einen halben Meter vor einer Wand aus 50 Fotografen und konnte keinen einzigen meiner Spieler sehen. Das hat mir das Erlebnis ein wenig verdorben.

  • 11:14 Uhr 18.06.2026

    Vozinha: Torhüter darf sich freuen

    Die sensationelle WM-Premiere ihres Sohnes hatte die Mutter von Kap Verdes Fußballheld Vozinha verpasst - mithilfe des US-Außenministeriums soll sie beim zweiten Auftritt aber live dabei sein. Wie ein Sprecher laut eines CNN-Berichts mitteilte, versuche das Außenministerium, der Mama des 40 Jahre alten Keepers ein Visum auszustellen und sie so in die Vereinigten Staaten zu bringen.

  • 11:10 Uhr 18.06.2026

    Brasilien bangt um Parreira

    Brasiliens Fußball sorgt sich um WM-Ikone Carlos Alberto Parreira. Der frühere Weltmeister-Coach wurde am Mittwoch in ein Krankenhaus in Rio de Janeiro eingeliefert. Der 83-Jährige, der 1994 mit der Selecao bei der WM in den USA triumphiert hatte, kämpft seit knapp drei Jahren gegen das Hodgkin-Lymphom, einen bösartigen Tumor des Lymphsystems.
    Schon vor dreieinhalb Jahren bangte die Fußballwelt während eines WM-Turniers um einen Brasilianer. Der damals 82 Jahre alte Pele verstarb seinerzeit nur wenige Tage nach dem WM-Finale in Katar an Organversagen als Folge eines fortgeschrittenen Darmkrebses.
    Zum Gesundheitszustand Parreiras wollte das Hospital Samaritano Barra zunächst „zum Schutz der Privatsphäre“ keine näheren Angaben machen. Der Rekordtrainer mit den meisten WM-Teilnahmen hatte im Januar 2024 über den Verband CBF seine Erkrankung publik gemacht.

  • 11:08 Uhr 18.06.2026

    Spionage? Drohne hat "keinen Einfluss"

    Die südkoreanische Nationalmannschaft ist bei der möglichen Trainingsspionage durch eine Drohne glimpflich davon gekommen. Das Flugobjekt sei „glücklicherweise“ direkt vor dem Taktik-Block bei der Einheit in Guadalajara entdeckt worden, sagte Trainer Myung-bo Hong vor dem zweiten WM-Gruppenspiel gegen Co-Gastgeber Mexiko: „Das war der wichtigste Teil des Trainings. Es wird also keinen Einfluss haben.“ Entdeckt wurde der vermeintliche Spionageversuch von einem südkoreanischen Sicherheitsmitarbeiter, im Anschluss brachten die zuständigen Sicherheitsbeauftragten das Objekt zum Absturz. Der FIFA soll der Vorfall gemeldet worden sein.
    Die „Taeguk Warriors“ sind in der in der Nacht auf Freitag (3.00 Uhr MESZ) wieder im Einsatz gewesen.. Ihre Auftaktpartien hatten sowohl die Südkoreaner (2:1 gegen Tschechien) als auch die Mexikaner (2:0 gegen Südafrika) gewonnen.

  • 10:50 Uhr 18.06.2026

    Dem DFB geht das V aus

    Fans von Deniz Undav, Kai Havertz und Alexander Pavlovic hatten plötzlich ein Problem. Aufgrund eines Lieferengpasses aufseiten eines DFB-Partners war bei der Trikot-Beflockung plötzlich der Buchstabe V ausgegangen. Anhänger der deutschen Nationalmannschaft konnten deshalb zwischenzeitlich keine Originaltrikots von Havertz, Pavlovic und Undav bestellen.

    „Für die Beflockung zeichnet der DFB mit seinem Partner 11teamsports verantwortlich“, teilte Trikot-Hersteller adidas auf SID-Anfrage mit. „Aufgrund der hohen Nachfrage nach Beflockungen der Spieler Undav, Havertz und Pavlovic kam es kurzfristig zu Engpässen bei der Verfügbarkeit des Buchstabens V“, hieß es in der Stellungnahme weiter: „Diese konnten schnell behoben werden, sodass die Flocks mit dem Buchstaben V in Kürze wieder online bestellbar sein werden.“

    Zuvor hatte die Bild-Zeitung von den Problemen berichtet. Adidas rüstet bei der WM 14 der 48 Mannschaften aus, darunter auch das DFB-Team. Besonders das blaue Auswärtstrikot des viermaligen Weltmeisters verkauft sich sehr gut. Das pinkfarbene Auswärts-Jersey von 2024 gilt als bisher bestverkauftes Auswärtstrikot der Nationalmannschaft.
    Ab 2027 wird der Deutsche Fußball-Bund (DFB) offiziell von Nike ausgerüstet. Der Vertrag mit dem US-Sportartikelhersteller läuft bis Ende 2034.

  • 10:44 Uhr 16.06.2026

    Tunesien feueret Trainer nach nur einem Spiel

    Nach der krachenden Niederlage zum WM-Auftakt gegen Schweden ist Sabri Lamouchi seinen Job als Trainer der tunesischen Fußball-Nationalmannschaft los. Dies bestätigte der tunesische Verband (FTF) zwei Tage nach dem ernüchternden 1:5.

    Als Nachfolger übernimmt Lamouchis französischer Landsmann Hervé Renard. Lamouchi hatte die Mannschaft erst Mitte Januar übernommen. Der frühere französische Nationalspieler folgte auf den Tunesier Sami Trabelsi, der nach dem Achtelfinal-Aus beim Afrika-Cup hatte gehen müssen. Seit Januar 2024 war er der bereits fünfte Nationaltrainer. Der Franzose betreute das Team in lediglich fünf Spielen und kassierte dabei vier Niederlagen. Die WM-Generalprobe war mit einem 0:5 gegen Belgien enttäuschend ausgefallen, der einzige Sieg unter Lamouchis Führung gelang gegen Haiti.

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