Foire agricole

„Fairmëllech“ feiert Geburtstag – Ekabe-Bauern führen Gespräche

Am Samstag lud die Initiative Fairmëllech auf der „Foire agricole“ in Ettelbrück zu ihrem 15. Jubiläum. Unter den Gästen waren auch Prolek-Milchbauern, die aktuell jedoch noch keinen Grund zum Feiern haben.

Landwirtschaftsministerin Martine Hansen schneidet Geburtstagskuchen mit Fäirmellech-Partnern bei Feier

Landwirtschaftsministerin Martine Hansen schnitt mit den „Fäirmellech“-Partnern den Geburtstagskuchen an Foto: Editpress/Lisa Goedert

Vor 15 Jahren beschlossen Luxemburger Milchbauern, die Preisgestaltung für ihr Produkt nicht länger den internationalen Märkten und Großmolkereien zu überlassen. Aus dieser wirtschaftlichen Notwendigkeit heraus entstand die Initiative „Fairmëllech“. Heute vereint das Label Produzenten, Partner und Konsumenten. Das Konzept hinter den regionalen Milchprodukten, die mitunter in den Kühlregalen von Cactus angeboten werden, kombiniert zwei Kernversprechen: Qualität für die Verbraucher und eine faire, verlässliche Entlohnung für inzwischen über 50 landwirtschaftliche Familienbetriebe der Region.

Abhängigkeit birgt hohe Risiken

Wie schnell die von „Fairmëllech“ bekämpfte Fremdbestimmung existenzbedrohende Ausmaße annehmen kann, zeigt der aktuelle Fall der Erzeugergemeinschaft Prolek. Ende Mai gab der französische Molkereiriese Lactalis – Eigentümer der Luxemburger Traditionsmarke Ekabe – bekannt, den Sammelvertrag für heimische Milch zum April 2027 auslaufen zu lassen. Betroffen sind 68 Betriebe, die zusammen rund 50 Millionen Liter Milch jährlich produzieren. Da Lactalis die luxemburgischen Einkaufspreise angesichts sinkender Margen auf dem Weltmarkt zu hoch sind, müssen die Bauern nun im Eiltempo mit Molkereien wie Luxlait, Arla oder Hochwald verhandeln.

Verhandlungen laufen

Luxlait-Generaldirektor Gilles Gerard hat bereits signalisiert, dass der Wille zu helfen vorhanden sei. Die Wirtschaftlichkeit einer Übernahme von Prolek-Milch müsse man allerdings erst prüfen. Dass aktuell Gespräche mit der Kooperative laufen, ist kein Geheimnis – auf der „Foire agricole“ hielt man sich über deren Inhalte jedoch bedeckt. Neben Gerard tummelten sich unter den Gästen der Fairmëllech-Feier auch Prolek-Präsident Vic Wirtz sowie einige seiner ebenfalls von der Ekabe-Absage betroffenen Kollegen. Zu den Fortschritten etwaiger Verhandlungen wollte man sich aber ebenfalls nicht äußern, um diese nicht zu gefährden.

Fest steht: Das Thema war unter den Gästen im Fairmëllech-Zelt auf der Agrarmesse omnipräsent und wird die gesamte Branche wohl auch noch länger beschäftigen.

2 Kommentare
Manfred Reinertz Barriera 06.07.202606:43 Uhr

Gegebenenfalls müssen sich die betroffenen Milchbauern auch umstellen und andere Produkte herstellen, wenn das mit der Milch nicht mehr klappt.....da zu viel Milch produziert wird, scheinbar in der gesamten EU....

gr antwortete am 06.07.202611:10 Uhr

Ja umstellen, wünschte mir mal mehr grüne Bohnen aus hiesigen Gewächshäusern in Cactus Regalen, anstatt verschimmelte aus Kenya!??

Millie 05.07.202620:19 Uhr

Wenn 1000 Bauern aufgeben, dann brauchen die anderen 1000 keine Subventionen mehr.
Es gibt einfach zu viele und sie produzieren alle dasselbe, das kann nicht funktionieren.

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