Ankara

Nato-Staaten kündigen milliardenschwere Rüstungsdeals an

Die Nato-Staaten rechnen nicht damit, dass sich die Bedrohung durch Russland bald erledigt haben wird. Ein Industriezweig kann sich darüber freuen.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte trifft US-Präsident Trump im Präsidentenpalast Bestepe beim Nato-Treffen

Nato-Generalsekretär Mark Rutte trifft sich am Rande des Nato-Treffens im Präsidentenpalastkomplex Bestepe mit US-Präsident Trump Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Die NATO-Staaten haben bei ihrem Gipfeltreffen in Ankara neue Rüstungsverträge im Umfang von „mehr als 50 Milliarden US-Dollar“ (mehr als 43 Mrd. Euro) angekündigt. Im Text der Abschlusserklärung heißt es zudem, man verpflichte sich dazu, die gemeinsamen Produktionskapazitäten auszubauen und mit der Industrie zusammenzuarbeiten, um Innovationen zu beschleunigen.

Die Investitionen sollen dem Text zufolge insbesondere dazu beitragen, der langfristigen Bedrohung entgegenzutreten, die Russland für die euroatlantische Sicherheit und Stabilität darstelle. „Unsere Investitionen liefern die Fähigkeiten, die wir benötigen, und stärken zugleich unsere industrielle Basis und unsere Resilienz“, heißt es. Zudem wolle man auch weiter daran arbeiten, die Handelshemmnisse im Verteidigungsbereich zwischen den Verbündeten abzubauen, um die Zusammenarbeit zu maximieren.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte hatte zuvor zum Auftakt des Gipfels zu einer „Revolution“ in der transatlantischen Verteidigungsindustrie aufgerufen, um Bedrohungen durch Länder wie Russland entgegenzutreten. „Das Summen der Maschinen muss zu einem Dröhnen werden“, sagte der Niederländer bei einem Verteidigungsindustrieforum. Das klinge dramatisch, sei aber machbar.

Welche Rüstungsprojekte für den Betrag von mehr als 50 Milliarden Dollar angerechnet wurden, teilte die NATO zunächst nicht mit. Beim Gipfel war unter anderem angekündigt worden, dass Alliierte bei der Erneuerung ihrer in Deutschland stationierten Flotte von Awacs-Aufklärungsflugzeugen einen Vertrag für den Kauf von Bombardier-Maschinen mit dem Aufklärungs- und Frühwarnsystem GlobalEye des schwedischen Rüstungskonzerns Saab schließen wollen. Zudem wurden Milliardeninvestitionen in die Drohnenabwehr in Aussicht gestellt.

2 Kommentare
Manfred Reinertz Barriera 09.07.202606:06 Uhr

Frieden ist nicht mehr in, alles wird getrimmt auf den nächsten Krieg, den man ja ansagt in 2 3 Jahren. Deshalb muss die gesamte Wirtschaft sich jetzt umstellen: Waffen und Munition produzieren........damit wir gewappnet sind, wenn Putins Horden auf unserem heiligen Boden auftauchen werden.....also Hochbetrieb in unserem Kriegsministerium. Aufrüsten ist angesagt, auch die Verteidigungsbank schnell gegründet werden....

Guy Mathey 08.07.202619:35 Uhr

Oberste Priorität geniesst ab sofort das Töten und Morden zwecks Profitsteigerung der Rüstungsindustrie und ihrer Aktionäre. Jetzt müssen die kriegsgeilen Politiker*innen das Fussvolk noch davon überzeugen, dass dieses bereitwillig die ihm zugewiesene Rolle als zukünftige Leiche zu akzeptieren bereit ist.
Es braucht eine neue, starke Friedensbewegung, welche sich diesem Wahnsinn mit Vehemenz widersetzt. Nein, liebe Politiker*innen, wir und unsere Kinder sind nicht bereit für "Führer Volk und Vaterland" zu kämpfen und zu sterben, da müsst ihr eure Kriege schon selbst führen.

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