Landwirtschaft

50 Prolek-Bauern wechseln zu Luxlait, 6 Betriebe geben auf

Nach dem Lactalis-Aus hat die quälende Ungewissheit für Dutzende Luxemburger Milchbauern endlich ein Ende. Allerdings nicht für alle mit derselben Lösung.

Mitte September wurde die Luxlait-Perspektive für die Prolek-Bauern bei einer Pressekonferenz verkündet

Mitte September wurde die Luxlait-Perspektive für die Prolek-Bauern bei einer Pressekonferenz verkündet Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Nach der Ankündigung Mitte des Monats, dass die Milchbauern-Genossenschaft Prolek („Producteurs Laitiers Ekabe“) und die Molkerei-Genossenschaft Luxlait künftig zusammenarbeiten wollen, stehen nun konkrete Zahlen fest. Von den insgesamt 68 betroffenen Prolek-Mitgliedern haben sich 50 Betriebe für den Wechsel zu Luxlait entschieden. Das teilte Prolek-Präsident Vic Wirtz mit, wie rtl.lu zuerst berichtete.

Neue Wege nach Lactalis-Aus

Die Entscheidung war die Folge eines harten Einschnitts im Mai dieses Jahres: Der französische Molkereikonzern Lactalis hatte angekündigt, den Vertrag mit der Prolek-Genossenschaft aufzulösen und die Zusammenarbeit mit den luxemburgischen Milchproduzenten nicht weiterzuführen. Die bestehenden Verträge laufen zum 1. April 2027 aus.

Doch nicht alle 68 Betriebe wollten den Weg zu einer genossenschaftlich organisierten Molkerei wie Luxlait mitgehen. Die verbleibenden 18 Landwirte schlagen unterschiedliche Pfade ein:

  • Zehn Betriebe schließen sich nach Brancheninformationen der niederländischen Molkereigruppe Royal A-ware an.
  • Zwei Betriebe liefern künftig an eine Molkerei, mit der sie bereits bisher parallel zusammengearbeitet haben.
  • Rund ein halbes Dutzend Betriebe werden die Milchproduktion ganz aufgeben.

Prolek-Präsident Vic Wirtz betonte, dass man die Entscheidung jedes einzelnen Betriebes respektiere. Jeder Landwirt habe die Freiheit gehabt, die für seinen Betrieb passende Wahl zu treffen.

Luxlait-Direktor fordert Solidarität der Verbraucher

Gilles Gerard, Direktor von Luxlait, zeigte sich erfreut über den Zuwachs, verband die Nachricht jedoch mit einem Appell an die Konsumenten im Land: Wer im Supermarkt zu luxemburgischen Produkten greife, unterstütze direkt die lokalen Produzenten, Arbeitsplätze und die nationale Nahrungssouveränität. Solidarität müsse sich auch im alltäglichen Einkaufsverhalten widerspiegeln.

Finale Details werden geklärt

Bevor die Rettung der 50 Betriebe endgültig gefeiert werden kann, müssen in den kommenden Tagen noch die formalen Verträge finalisiert und die Milchmengen genau abgestimmt werden. Da es sich um beträchtliche Volumen handelt, muss auch die Logistik für die Milchabholung neu organisiert werden. Verläuft alles nach Plan, dann soll der Beitritt der 50 Höfe zu Luxlait bereits in der kommenden Woche offiziell besiegelt werden.

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5 Kommentare
Millie 03.10.202613:18 Uhr

De Moderator hei schéngt aus enger Bauerefamill ze kommen, all Kéier wann ee seet, mir hätte vill ze vill Baueren déi all datselwecht produzéieren, da fält dee Kommentar ënnert den Dësch.

Yogi 03.10.202610:39 Uhr

Lokale Produkte aus genossenschaftlicher Produktion,
ist auch Geschmacksache,sind nicht immer 100% überzeugend,
manchmal sogar überteuert,an der Qualität könnte man noch arbeiten.

Grober J-P. 02.10.202609:22 Uhr

"Finale Details werden geklärt" Apropos, könntet ihr den Kachkéis wieder wie früher, etwas steifer machen. Teste hin und wieder, der Käse läuft mir immer von der Schmier weg.

Manfred Reinertz Barriera 01.10.202602:14 Uhr

Die Verbraucher sollten sich solidarisch mit den luxemburgischen Bauern zeigen und nur heimische Milchprodukte kaufen.

Guy Mathey 30.09.202621:01 Uhr

Ich bleibe dabei: Das genossenschaftliche System ist auch in der Landwirtschaft die beste Lösung, für Produzent, wie Konsument. Deshalb, zeigen wir uns solidarisch und entscheiden uns für lokale Produkte aus genossenschaftlicher Produktion.

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